Lifestyle

Mannheim im Weihnachtszauber

Stimmungsvoller Advent

Der klassische Adventskranz ist aus dickem Tannengrün und hat vier Kerzen. Es gibt ihn heute in Frottee und Porzellan, zum Aufklappen und Selberbasteln. Der allererste Adventskranz war ein mit 23 Kerzen bestücktes Wagenrad. Sein Erfinder ist der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern, der Begründer der Diakonie. Am ersten Adventssonntag 1839 entzündete Johann Hinrich Wichern im Kinderheim „Rauhes Haus“ in der Nähe von Hamburg, dessen Vorsteher er war, den ersten Adventskranz. Er war eine Art leuchtender Adventskalender. Der Kranz hing im Betsaal des Waisenhauses: Ein Wagenrad mit 19 kleinen roten Kerzen für die Wochentage und vier dicken weißen Kerzen für die Adventssonntage. Das Kerzenanzünden begann erst am ersten Adventssonntag. Daher variierten von Jahr zu Jahr die Anzahl der roten Wochentagskerzen. Im Jahr 1839 waren es 23 Tage bis zum 24. Dezember. Heute, im Jahr 2017, sind es 22. So veranschaulichte Wicherns Erfindung den Kindern eindrücklich, wie viele Tage es noch bis zum Heiligen Abend waren. Ein Nebeneffekt war auch, dass die Jungen und Mädchen das Zählen lernten und übten. Erst Jahrzehnte später wurde der Kranz mit Tannengrün gebunden und schmückte auch evangelische Kirchen und Privathaushalte. Erstmals soll ein Adventskranz 1925 in einer katholischen Kirche in Köln gehangen haben. Längst sind von den ursprünglich über 20 Kerzen nur vier übrig geblieben.

2017 wurde an den Adventskränzen die erste Kerze erst am 3. Dezember angezündet. Viele Gemeinden laden zu stimmungsvollen Veranstaltungen ein: Die Glocken der Lukaskirche, Rottfeldstraße 16/18, Mannheim-Almenhof, rufen an jedem Samstag vor den Adventssonntagen um 17 Uhr zu einer „Einstimmung in den Advent“: An einem der größten Adventskränze Mannheims, der aus meterlangen Baumstämmen besteht, gibt es von Blechbläserensembles begleitet eine Adventsgeschichte, Lieder und anschließend Punsch und Glühwein zum Verweilen. In mehreren Gemeinden treffen sich täglich Jung und Alt zum lebendigen Adventskalender. Dabei sind sie unterwegs zu den Familien und Institutionen, die ein Türchen öffnen, mit Kerzen in den Fenstern, Liedern und Geschichten. Mit dabei sind unter anderem die Johannes-Calvin-Gemeinde (Friedrichsfeld) mit einem ökumenischen lebendigen Kalender, die Thomasgemeinde in Neuostheim/Neuhermsheim und die Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt.

Stimmungsvoll mit Kerzenschein erleuchtet ist die Christuskirche noch an zwei Samstagen, 9. und 16. Dezember, jeweils um 18.30 Uhr: An die Einstimmung in der „Christuskirche im Kerzenschein“ schließt sich Posaunenmusik auf dem Vorplatz an. In der CityKirche Konkordien wird am 10. Dezember um 17 Uhr die Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach aufgeführt. imp/Bild: Rauhes Haus