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Stumme Zeitzeugin

Archivartikel

Durchlöchert von Mauerspechten: Ein Originalstück der Berliner Mauer ist in der Niederkirchnerstraße zu sehen. Früher war hier die Grenze zwischen den Bezirken Mitte (Ost-Berlin) und Kreuzberg (West-Berlin). Das 200 Meter lange Stück ist ein Hotspot für Touristen. In der Zeit zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung pickten viele Berliner die Oberfläche ab, um Mauerteilchen zu Erinnerungsstücken zu verarbeiten – teils für private Zwecke, teils, um sie zu verkaufen. Noch heute kann man in Souvenirläden kleine Mauerstückchen an Schlüsselanhängern erwerben. Trotz großer Kontroversen wurde das Fragment in der Niederkirchnerstraße bereits 1990, mitsamt den Spuren der Zeitgeschichte, unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist es Bestandteil des Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“, das sich mit der NS-Zeit und deren Folgen auseinandersetzt. Auch nach 30 Jahren Wiedervereinigung erinnert die Berliner Mauer an die ehemalige Teilung der Stadt und Deutschlands. Dort, wo keine Mauerreste erhalten geblieben sind, verläuft eine Doppelpflastersteinreihe. Ein Wanderweg für Fußgänger und Fahrradfahrer ist heute der Berliner Mauerweg. Er verläuft auf 160 Kilometern um und durch die Stadt, zu großen Teilen auf dem ehemaligen Postenweg der DDR-Grenztruppen. julb