Lifestyle

Süß-saure Versuchung

Archivartikel

Die Kirschsaison ist derzeit voll im Gange. Die Regale in den Supermärkten sind prall gefüllt und auch auf den Wochenmärkten sind die süß-sauren Früchte in rauen Mengen zu bekommen. Allerdings erwarten die Obstbauern in diesem Jahr „nur“ eine mittelgute Ernte – laut einer Schätzung für das Statistische Bundesamt rechnen sie mit rund 53 500 Tonnen Ertrag bei den Süßkirschen. Das wären elf Prozent weniger als in den beiden Vorjahren, aber immer noch rund zwölf Prozent mehr als im Zehn-Jahres-Durchschnitt. Die Rückgänge erklären die Statistiker mit Spätfrösten und Trockenheit. Vor allem bei der dominierenden Süßkirsche gehen die Erträge in diesem Sommer voraussichtlich um 19 Prozent zurück. Das Land Baden-Württemberg ist mit knapp der Hälfte der Anbaufläche ihr wichtigster Erzeuger. Bei den Sauerkirschen bleibt die Menge mit 15 400 Tonnen fast konstant zum Vorjahr. Übrigens: Den weit verbreiteten Mythos, dass man auf Kirschen nichts trinken dürfe, verweist Ernährungswissenschaftler Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut in Karlsruhe ins Reich der Fabeln: „Es spricht nichts dagegen.“ Der Irrglaube „hängt möglicherweise mit der Hygiene in früheren Zeiten zusammen, lässt sich heute aber nicht wirklich begründen“, erklärt der Experte. dpa