Lifestyle

Tanz mit dem Pferd

Hufgetrappel mitten in den engen Gassen der Hauptstadt Menorcas. Ein Reiter erhebt sich mit seinem Pferd. Die Menge jubelt. "Jaleo" nennen die Spanier diesen Tanz zwischen Tier und Mensch (Foto). Die Beziehung der Inselbewohner zu ihren Pferden ist uralt. Ob Spanier, Engländer oder Franzosen: Die Insel war aufgrund ihrer Lage stets hart umkämpft, die Angst vor Angreifern groß. Noch heute gibt es den Camí de Cavalls (Weg für Pferde): ein 185 Kilometer langer Pfad, der die Insel entlang der Küste komplett umrundet. Früher hielten dort Patrouillen zu Pferd Ausschau nach feindlichen Schiffen. Der Legende nach sollen die Rappen (schwarze Pferde) schon damals über ein besonderes Talent verfügt haben: aufrecht auf die Hinterbeine gestellt sollen sie den Angreifern entgegengelaufen sein. Ein Kunststück, für das die Tiere immer noch bekannt sind und das jedes Jahr im September im Mittelpunkt traditioneller Feste auf der Insel steht. Das Spektakel lockt tausende Zuschauer an. Wenn die Reiter dann mit ihren Pferden durch die Straßen traben und sie immer wieder auf Kommando in die Höhe steigen lassen, drängt sich die Menschenmenge dicht um sie. Ein Tanz, bei dem die Zuschauer das Pferd zu berühren versuchen: Das soll Glück bringen. ble/Foto: Matthias Oesterle/ZUMA Wire/dpa