Lindenhof

Süd/Lindenhof Fußballtraining beim MFC 08 nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen

Abstand halten als oberstes Gebot

„Abstand halten ist das oberste Gebot – beim ersten Verstoß heimschicken, das gleiche gilt, wenn der Spieler nicht die Hände gewaschen hat, Bälle dürfen nicht angefasst werden, die Trikots sind nach jedem Training zu waschen, alle benutzten Geräte müssen nach dem Training desinfiziert werden: Vor dem Training der E- und D-Junioren informierte Trainerin Karina Pausch, Jugendabteilungsleiterin des MFC 08 Lindenhof, ihre Co-Trainer über die Trainingsbedingungen in Corona-Zeiten.

Auch der Fußball ist in einer Art und Weise betroffen, die bis vor wenigen Wochen nicht für vorstellbar gehalten wurde. Folgerichtig stehen Vereine derzeit vor großen Herausforderungen, zumal es wenig Erfahrungswerte gibt, auf die man zurückgreifen kann. Der Sportbetrieb im 600 Mitglieder starken Mannheimer Fußball Club (davon 48 Prozent Jugend) ruhte wochenlang wegen der Pandemie.

Herausforderung auch für Trainer

Die Freizeitsportler müssen sich an bestimmte Auflagen halten – eine Herausforderung für Trainer und Spieler des MFC 08, insbesondere im Jugendbereich. Dort, wo normalerweise Zweikampf zum Geschäft gehört, wie beim Fußball, muss man vorerst auf Abstand gehen. Jugendabteilungsleiterin Pausch: „Die Vorgaben sehen unter anderem vor, Kleingruppen von vier, fünf oder sechs Spielern zu bilden, die miteinander trainieren und sich auf dem Trainingsgelände verteilen müssen.“ Möglich seien dabei etwa Ballstafetten oder Torschüsse, aber vor allem viel Konditionsarbeit.

Während die Erwachsenen sowie die A-und B-Jugend sich selbstständig, beispielsweise durch Waldläufe, fit hielten, müsse man die Jüngeren noch „an die Hand nehmen“, so Pausch. Und das sieht so aus: Vor und nach dem Training gilt „Hände waschen“. Dafür gibt es beim MFC zwei Waschbecken in zwei getrennten Räumen. Erst fünf Minuten vor Training sollen die kleinen Fußballer da sein und nicht, wie sonst üblich, schon eine Stunde vorher – aus Spaß am Kicken.

Eltern müssen ihre Kinder vor dem Trainingsgelände abgeben. Keine Vermischung von Gruppen. „Und alle halten sich daran“, freuen sich die Co-Trainer, Nico Rittershausen und Marcus Rübsam. Training in Coronazeiten beim MFC 08 bedeutet für die Trainer neben der Erstellung von differenzierten Trainingsplänen, um allen Gruppen gerecht zu werden, auch erhöhten Körpereinsatz, weil beispielsweise alle benutzten Geräte nach dem Training desinfiziert werden müssen. „Doch das machen wir gern“, erklärt die Jugendabteilungsleiterin. Alles sei freiwillig, für die Spieler und auch für die Trainer.

Übungsleiter, die Angst vor Ansteckung hätten, seien freigestellt. Von einem Mitgliederschwund könne beim MFC 08 zurzeit nicht die Rede sein. Schwieriger sei die Situation bei Vereinen, die nicht, wie der MFC 08, zwei Spielfelder haben.

Auch wenn die Mitglieder dem Verein weiter treu sind und zahlen: Ausgefallene Turniere und Feiern – all das macht auch dem MFC 08 zu schaffen. Viele Kosten laufen ja weiter. Sport und Verein sind nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern vor allem auch ein sozialer Pfeiler der Gesellschaft. „Das Wichtigste ist, dass sich die Jugendlichen bewegen“, betont Pausch. Wichtig sei auch der Kontakt. „Auch mit Abstand freuen sich die Kinder, ihre Freunde zu sehen.“ Den Kindern gefällt‘s trotzdem: „Man hat zwar keinen Zweikampf“, bedauert Ferris. „Doch besser als gar nichts“, meint Kenan.