Lindenhof

Lindenhof BIG zum Thema Hochwasserschutz

„Bäume erhalten trotz Sanierung“

Archivartikel

Die Bürger-Interessen-Gemeinschaft (BIG) Lindenhof sehe gute Chancen, Hochwasserschutz und Baumerhalt am Rheindamm zwischen Neckarau und Lindenhof zu vereinbaren, versichert BIG-Vorsitzender Ulrich Holl. Zu dieser Einschätzung sei die BIG aufgrund zahlreicher Gespräche mit Politikern, Deich- und Baumexperten, Ingenieuren, Juristen sowie Verbänden gelangt. „Wir kämpfen weiter zielstrebig gegen den geplanten Kahlschlag im Waldpark“, so Holl. Mittlerweile gewinne die Initiative immer mehr Unterstützung und Zustimmung unter den Bürgern.

„Beispiele aus anderen Teilen Deutschlands belegen, dass durch intelligente Maßnahmen Dämme saniert und Bäume trotzdem bleiben können“, sagt Holl: „Rund 3,7 Kilometer Rheinhochwasserdamm, ab dem Großkraftwerk bis zur Lindenhöfer Schwarzwaldstraße 42, gelten laut dem Regierungspräsidium Karlsruhe als sanierungsbedürftig. Tausende von Bäumen sollen dafür entfernt werden.“

Initiative fordert Gutachten

Zur Sitzung des Mannheimer Gemeinderats am 24. Juli hatten Holl und sein Vorstandskollege Wolf-Rainer Lowack Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) eine Petition mit rund 22 000 Unterschriften übergeben. Im September trugen sie die zentrale Forderung der Petition erneut vor: ein neutrales Gutachten zur Prüfung baumschonender Alternativen. „Dazu gab es leider für uns keine befriedigende Antwort. Es müsse rechtlich geprüft werden – so Kurz und Kubala – ob die Stadt überhaupt ein solches Gutachten in Auftrag geben kann. Wenn ja, sei dies wahrscheinlich erst möglich, wenn das Regierungspräsidium den Antrag auf Planfeststellung bei der Stadt eingereicht hat“, berichtet Lowack.

„Diesen Antrag werde die Landesbehörde aber voraussichtlich erst Mitte 2019 stellen“, wie die BIG laut Holl in Erfahrung gebracht habe. Das wäre ein halbes Jahr später als ursprünglich vorgesehen. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wolle die Ergebnisse des Gutachtens berücksichtigen, dass es beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Auftrag gegeben habe.

Dazu BIG-Gründungsmitglied und FDP-Bezirksbeirat Wolf Engelen: „Wir versprechen uns davon nicht allzu viel. Dieses Gutachten wird das Vorhaben des Auftraggebers, nämlich des Regierungspräsidiums , im Wesentlichen bestätigen, denn es soll DIN-konform erstellt werden. Das heißt, die Bäume sollen weg.“ Die vom Regierungspräsidium zugrunde gelegte DIN 19712 Flussdeiche sei, so Engelen, keine Muss-Vorschrift: „Diese Normen haben lediglich Empfehlungscharakter, es sei denn, sie sind gesetzlich verankert, was hier nicht der Fall ist.“

Erste Spendenzusagen

„Wir fordern nach wie vor, dass die Stadt ein unabhängiges Gutachten in Auftrag gibt. In erster Linie wollen wir damit ein gemeinsames Vorgehen der Stadt und unserer Initiative sicherstellen“, so Holl. Die BIG sei aber auch bereit, selbst ein Gutachten in Auftrag zu geben. Erste Spendenzusagen habe sie dazu bereits erhalten. mai