Lindenhof

Lindenhof Kinderbetreuungssituation im Stadtteil beschäftigt Bezirksbeirat / Vier Krippen- und sieben Kiga-Angebote im Gespräch

Bau für elf Kita-Gruppen geplant

Archivartikel

Die angespannte Kinderbetreuungssituation im Stadtteil stand erneut auf der Tagesordnung bei der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats Lindenhof. Deshalb will die Stadt auf dem Gelände des Pfalzplatzbunkers und im Glückstein-Quartier vier neue, ganztagsbetreute Krippen- und sieben Kindergartengruppen einrichten, wie Peter Schäfer, Leiter des Fachbereichs Jugendamt und Gesundheit, in der Lanz-Kapelle erläuterte. Damit könnten für insgesamt 180 Mädchen und Jungen Betreuungsplätze geschaffen werden. Eine Entwicklung, die seitens der Bezirksbeiräte grundsätzlich begrüßt wurde. Allerdings gab es auch Bedenken, unter anderem da der Pfalzplatz bereits von Besuchern des Kinderspielplatzes, des Calisthenics-Platzes und dem Urban-Gardening genutzt werde.

Auf einem der beiden Standorte, das sich auf dem Baufeld des Investors Familienheim Rhein-Neckar e.G. im Glückstein-Quartier befindet, baut der Investor eine Vier-Gruppen-Einrichtung mit einer Krippen- und drei Kindergartengruppen. Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklungsplanung. Die Stadt Mannheim fördert das Kita-Projekt mit bis zu 1,35 Millionen Euro.

Übergangslösungen gesucht

Der Standort Pfalzplatzbunker müsse laut Schäfer erst noch städtebaulich entwickelt werden, um langfristig eine Sieben-Gruppen-Einrichtung (drei Krippen- und vier Kindergartengruppen) errichten zu können. Bis dies der Fall sei, werde für beide Einrichtungen eine Übergangslösung mit Containern realisiert. Als Standorte, so Schäfer, empfehle der Fachbereich zum einen eine circa 2000 Quadratmeter große Grünfläche in der Wilhelm-Leuschner-Straße 10-12. Es handelt sich um eine eingezäunte Wiese mit kleineren Bäumen in den Randbereichen sowie vier großen Linden und einem Kleinkindspielplatz. Im Norden befindet sich ein Fußweg, der an eine Querverbindung zwischen Belchenstraße und Feldbergstraße anbindet. Nördlich benachbart liegt das Moll-Gymnasium, im Osten das ehemalige Schwesternwohnheim mit Kindergarten/Krippe im UG und EG. Ansonsten ist die Nachbarschaft durch Wohnnutzung geprägt.

Als zweite Übergangslösung empfiehlt die Verwaltung für die neu geplante Einrichtung im Glückstein-Quartier einen vorläufigen Standort auf der Fläche des Pfalzplatzbunkers. Patric Liebscher (Grüne) gab zu bedenken, dass der Pfalzplatz zwar attraktiver sein könnte, dennoch beispielsweise unter etlichen anderen Nutzern auch vielen Jugendlichen als Basketballfeld diene. Die Fläche zwischen Moll-Gymnasium und Diakonissenkrankenhaus scheine sich ihm als Übergangslösung weitaus eher anzubieten. Doch laut Stadt ist sie nicht geeignet, da sie in Verdacht steht, mit Kampfmitteln belastet zu sein.

Die Sorge von Michael Kost (ML) galt den für das Glückstein-Kita-Projekt zugesagten Fördermittel der Stadt über rund 1,3 Millionen Euro. Besonders im Hinblick auf die geplatzten Kita-Pläne im Emlein-Haus (wir berichteten): „Sind damals schon Mittel an den potenziellen Investor vergeben worden?“ Doch Schäfer versicherte, dass es zwar bedauerlich sei, dass der Kita-Bau nicht zustande kam: „Aber es ist kein einziger Cent geflossen.“

Auch am Standort Maria Hilf der katholischen Kirche sollen 20 weitere Krippenplätze entstehen.

Verzweifelte Eltern

Jan Habenicht von der Elterninitiative Lindenhof sagte, dass er sich zwar freue, „dass endlich Bewegung“ in die prekäre Notlage käme. Er wünsche sich jedoch vor allem eine möglichst schnelle Lösung. Denn etliche Eltern würden verzweifelt nach einem Betreuungsplatz suchen, wie auch andere Zuhörer aus dem Publikum bestätigten.

Die Bezirksbeiräte stimmten den Empfehlungen der Verwaltung dennoch mit nur einer Enthaltung zu.

Erstmals seit der Kommunalwahl im Mai tagte die Bürgervertretung des Vororts in neuer Zusammensetzung. Sitzungsleiterin auf dem Lindenhof, in Neckarau sowie in Neuostheim/Neuhermsheim ist künftig Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala. Da sie an diesem Abend noch einen anderen Termin wahrnehmen musste, wurde sie bei den ersten Tagesordnungspunkten von Dirk Grunert (Grüne) vertreten. Er bedankte sich bei den beiden ehemaligen Bezirksbeiräten, der Vorsitzenden der CDU-Lindenhof Ingeborg Dörr und Friedrich Lutterkort (CDU) für ihre Arbeit und begrüßte die sechs neuen Bezirksbeiräte Kerstin Ullrich, Patric Liebscher und Matthias Winkler (Grüne), Ulrich Holl (SPD), Ursula Klein sowie Benedikt Berrang (CDU).