Lindenhof

Lindenhof Runder Tisch Pfalzplatz entwickelt neue Ideen zur Nutzung / Anwohner klagen über Mangel an Schattenspendern

Bürger wünschen sich einen Ort der Begegnung

Archivartikel

Aus der Bevölkerung heraus entstand die Idee zu einer besseren Nutzung des Pfalzplatzes. Beim Runden Tisch „Pfalzplatz 2023“, initiiert von Projektentwickler Florian Hensel und Jens Flammann von Stadtevents Mannheim, diskutierten Anwohner über die Zukunft des Platzes. Flammann schilderte, wie es zu dem Projekt kam: Schon in den 1970er Jahren nahmen sich sogenannte „Pfalzplatz-Muttis“ des schönen Freiplatzes inmitten der Wohnbebauung an und errichteten dort eine Hütte als Ort der Begegnung. Vor drei Jahren hat Flammann als Vorsitzender der Bürger- und Interessengemeinschaft BIG Lindenhof eine Calistenics-Anlage auf dem Pfalzplatz etabliert.

Als Geschäftsführer von Stadtevents Mannheim organisierte er dort 2016 erstmals eine Genussmeile. Dabei sei Florian Hensel aus der Neckarstadt, der das Potenzial des Platzes erkannt hatte, auf ihn zugekommen mit dem Vorschlag, mehr aus dem Platz zu machen.

Durch Befragung von Bürgern schälten sich vier Themenbereiche heraus: Vier Befragte stimmten für den Vorschlag von CDU-Bezirksbeirätin Ingeborg Dörr, im Pfalzplatz-Bunker eine Tiefgarage zu bauen. 15 Bürger sprachen sich für mehr Spiel und Sport auf dem Pfalzplatz aus. 27 Befragte votierten für den Gemeinschaftsgarten. Zehn waren für einen Wochenmarkt auf dem Platz.

Bei der Genussmeile bewunderten die Besucher das Urban Gardening-Projekt auf dem Pfalzplatz. „Der Trägerverein des Gemeinschaftsgartens hat mittlerweile fast 90 Mitglieder und wird durch die Stadt Mannheim unterstützt“, berichtete Vereinsmitglied Markus Schlegel.

Seit zwei Jahren trifft sich auf dem Platz auch regelmäßig eine inzwischen bereits 40 Mitglieder starke WhatsApp-Gruppe zum Beach-Volleyball. Den Schlüssel für das Spielfeld beim Jugendtreff bekämen sie von den Mitarbeitern, berichtete Stefan Hochheimer. Allerdings könnten die Spielflächen auch für Basketball etwas gepflegter sein, meinte er. Ein Problem für Anwohnerin Sabine Meister ist die Musikbeschallung vom Spielfeld. Das müsste etwas verträglicher geregelt werden.

Was den Anwohnern auch missfällt, ist die mangelnde Sauberkeit und Pflege des Pfalzplatzes. Der Spielplatz weise zudem Mängel auf, berichtete Anita Schwikal. Wegen der hohen Umrandung sei ein Fallschutz für die Kinder erforderlich. Außerdem gebe es dort keinen Sonnenschutz, so dass der Spielplatz im Sommer oft nicht genutzt werden kann. Jutta Jürgewitz wünschte sich einen Platz der Begegnung für alle Generationen.

Projektentwickler Florian Hensel erklärte: „Der erste Schritt ist die Pflege des Platzes.“ Der nächste Schritt sei die Machbarkeit, beispielsweise eines Abendmarktes, der mit relativ wenig Mitteln realisiert werden könnte. Die Projekte müssten mit der Stadtverwaltung abgestimmt und auch so gestaltet werden, dass sie mit den Interessen anderer übereinstimmen.

„Ein Problem“, so Hensel, „ist auch, dass es in der Stadt keine Möglichkeit gibt, Lebensmittel direkt vom Erzeuger zu kaufen.“ Mit Flammann plant er, „bis 2020 zwanzig Stadthofläden zu errichten, um Verbraucher und Erzeuger zusammenzubringen“. ost