Lindenhof

Lindenhof Bürger feiern den 229. Geburtstag von Stephanie de Beauharnais / Beliebte Wohltäterin

Ein Prosit auf eine Herzogin mit großem Herz

Archivartikel

Keine Kosten und Mühen hatte Michael Sowa gescheut, um seine Großherzogin zu ehren. Er kletterte auf den Sockel der Statue am Rheinufer, um Stephanie de Beauharnais anlässlich ihres Ehrentages einen Blumenstrauß in die Arme zu legen. Mit einem Sektempfang feierte die Bürger und Interessen Gemeinschaft (BIG) Lindenhof anschließend den 229. Geburtstag der einstigen Großherzogin von Baden, die durch ihre großherzigen Taten für die Menschen im Lindenhof sehr wichtig war und ist.

Deftige Worte

Und so konnte Organisatorin Ute Huber wieder viele Verehrer beim alljährlich stattfindenden „Stephanien-Empfang“ der BIG begrüßen. Mittlerweile zur guten Tradition bei der alljährlich stattfindenden Feier am Stephanienufer, das nach Stephanie de Beauharnais benannt ist, gehört der Vortrag von Christoph Bühler Historiker aus Heidelberg.

Als Karl Ludwig von Hügeler, in einem historischen Kostüm aus dem 19. Jahrhundert, berichtete er mit launigen und zuweilen auch recht deftigen Worten dieses Mal vor allem aus der Jugend der Stephanie de Beauharnais, die am 28. August 1789 in Versailles geboren wurde. Nach dem Tod ihrer Mutter und vom Vater im Stich gelassen, wuchs sie in einem Kloster auf. In Zeiten der Revolution kümmerten sich die Nonnen nicht um die Erziehung des Kindes. Erst als Stephanie 1803 von Napoleon adoptiert wurde, kam sie in den Genuss einer Erziehung. Doch schon drei Jahre später wurde die 17-Jährige aus Staatsräson mit Carl Friedrich von Baden vermählt. Der phlegmatische Ehemann hatte keinerlei Interesse an der jungen Gattin, zumal sie ihm nur drei Töchter schenkte, ihre zwei Söhne aber kurz nach der Geburt starben.

Umso erstaunlicher ist die Menschenfreundlichkeit, die sich Stephanie de Beauharnais dennoch bewahrte. Ihr gegenüber erwiesene Freundlichkeit und Aufmerksamkeit vergaß sie nicht. Beispielsweise, dass sie im Gegensatz zu den Karlsruhern von den Mannheimern als junge Kurfürstin mit viel Begeisterung und Freundlichkeit empfangen wurde.

Witwensitz im Schloss

Als der Großherzog 1818 verstarb, bezog sie deshalb ihren Witwensitz im Mannheimer Schloss und verschönte dessen Umgebung. Die Lindenhöfer verdanken den hartnäckigen Bemühungen der Großherzoginnenwitwe das Stephanienufer, dessen Realisierung (1830 bis 1836) den Lindenhof für Mannheim erst so richtig attraktiv machte.

Mit einem Glas Sekt und viel „Hipp, hipp, hurra!“ stießen die Festgäste auf ihre unvergessene Stephanie von Beauharnais an.