Lindenhof

Lindenhof Glückstein-Park neugestaltet und erweitert / Alte Bäume erhalten / Kritik an Mauer zu Lindenhof- und Windeckstraße

Gerade Winkel und ein gelber Spielplatz

Archivartikel

Es ist der nächste große Schritt in der Entwicklung des Glückstein-Quartiers und er hat Auswirkungen, nicht nur auf die direkten Anwohner, sondern auf den gesamten Lindenhof: Der Glückstein-Park ist nach einer kompletten Umgestaltung und einer deutlichen Erweiterung wieder für die Öffentlichkeit freigegeben worden. Vor zahlreichen Nachbarn, Stadtvertretern und Kommunalpolitikern eröffneten Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala und Baubürgermeister Lothar Quast die jetzt rund 20 000 Quadratmeter große Grünfläche zwischen Lindenhof- und Windeckstraße sowie die neuen sogenannten „Stadtvillen“ an der Glücksteinallee.

Große Schattenspender

„Wir haben den vorhandenen Park vollkommen umgestaltet, um ihn attraktiver zu machen. Gleichzeitig haben wir den alten Baumbestand erhalten, um die besondere Atmosphäre zu bewahren und große Schattenspender zu haben“, fasste Felicitas Kubala das Projekt zusammen. 2014 sei bei einem Realisierungswettbewerb über den Park entschieden worden. „Die Erweiterung öffnet den Glückstein-Park zum restlichen Quartier, das sich bekanntermaßen mitten in seiner Entwicklung befindet“, ergänzte Lothar Quast.

Die teils schon futuristische Gestaltung des Parks spiegelt sich dabei in vielen Details wider: Angelehnt an die ungewöhnliche dreieckige Grundfläche des Areals haben die Kölner Landschaftsarchitekten Hubertus Schäfer und Markus Pieper vom Büro Greenbox den Park mit symmetrischen Formen versehen. Die Sitzbänke wurden eigens designt, der neue Spielplatz verläuft entlang einer rechtwinkligen Außenwand. „Wir haben letztlich sogar die fünf Stadtvillen in die Planungen einbezogen, die mit ihren vieleckigen Fassaden das Thema aufgreifen“, erklärte Hubertus Schäfer bei einem Rundgang mit den Eröffnungsgästen. Auch die neuen Wege verlaufen größtenteils in klaren Winkeln und orientieren sich an den angrenzenden Straßen. „Wir wollten damit Sichtachsen erzeugen: Auf den historischen Lokschuppen, den Hauptbahnhof und den Fernsehturm“, so Schäfer.

Um eine optische Weitläufigkeit zu erhalten, gibt es im Glückstein-Park keine Zäune – weder um das Gelände, noch zu den sich unmittelbar anschließenden Privatgärten der Stadtvillen. „Wir haben den Bereich zur Glücksteinallee nur mit kleinen Terrassen abgegrenzt“, erklärte Landschaftsarchitekt Markus Pieper – vielleicht nicht unbedingt zur Freude der Bewohner, die die große Gruppe an Eröffnungsgästen direkt vor ihren Wohnzimmern derweil etwas misstrauisch beäugten.

Kritische Anwohner

Auch manche Gäste äußerten an Teilen der Neugestaltung Kritik. Neben dem seit Jahren schwelenden Konflikt um Hundekot auf den Grünflächen ging es dabei vor allem um den Spielplatz. Während sich dieser zum Park hin öffnet, ist er in Richtung Lindenhof- und Windeckstraße mit einer Mauer abgeschirmt. Der mit markanten gelben Schmuckelementen versehene Kletter- und Rutschparcours ist dabei teilweise in dem Betonbauwerk verankert. „Von der Straße aus kann man nicht erkennen, was dahinter passiert. Das ist gerade abends und mit der Nähe zum Hauptbahnhof problematisch, wenn sich dort Jugendliche aufhalten können. Andere Grünflächen in Mannheim werden extra optisch ausgedünnt, und hier baut die Stadt eine Sichtschutzmauer“, fasste ein Anwohner seine Befürchtungen zusammen. Ein anderer Nachbar störte sich an der Betonfläche: „Die ist in wenigen Wochen voller Graffiti und sieht dann fürchterlich aus.“

Sowohl die Vertreter der Stadt als auch die beiden verantwortlichen Landschaftsarchitekten wollten diese Kritik so nicht stehen lassen. „Der Park ist zu drei Seiten komplett offen, lediglich der Spielplatz ist durch die Wand geschützt“, versuchte Hubertus Schäfer die Wogen zu glätten. „Dadurch können die Kinder sicher spielen, ohne dass sie auf die Straße rennen können. Gleichzeitig ist die Wand ein Lärmschutz.“ Die kritischen Anwohner überzeugten diese Argumente offenbar nur teilweise, sodass Planer Hubertus Schäfer nur eine Bitte äußern konnte: „Geben Sie dem neuen Park etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Dann lösen sich einige der befürchteten Probleme auf.“

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de

Zum Thema