Lindenhof

Lindenhof Siegerentwurf für die Gestaltung des Lindenhofplatzes vorgestellt / Zusätzliche Bepflanzung

Neue Baumreihen und Barrierefreiheit

Im Boden eingelassene Wasserfontänen, die bei einer Veranstaltung auch abgestellt und unter Tischen verschwinden können, zusätzliche Platanen, die Schatten für Sitzbänke und Restaurant-Bestuhlungen bieten, sowie eine Lärmschutzwand und Barrierefreiheit: Klaus Elliger vom Fachbereich Stadtplanung und Wolfgang Miodek vom Fachbereich für Wirtschafts- und Kulturförderung stellten jetzt im Technologiezentrum Mafinex die Gewinner des Architektenwettbewerbs für die Neugestaltung des Lindenhofplatzes vor.

"Jetzt kommt Dampf ins Quartier!"

Jörg Michel vom Siegerbüro "Pola Landschaftsarchitekten" aus Berlin beschreibt den Entwurf folgendermaßen: "Es ist ein grüner Stadtplatz, der zwischen Schlossgarten und Stadtlandschaft vermittelt. Ein Treffpunkt, auf dem ich im Gehen ein Brötchen mitnehmen und auf einem der Sitzbänke essen kann." Aber auch ein Platz, der zum Besuch eines Lokals einlädt: "Oder man kann von dort aus weiter zum Rhein oder zum Einkaufen ins Zentrum des Vorortes laufen."

"Jetzt kommt Dampf ins Quartier", sagte Miodek, der das Projekt als "attraktives Stadt-Entrée" und "weiteren Meilenstein in der Entwicklung des Glückstein-Quartiers" bezeichnete.

Die Jury überzeugte beim Siegerentwurf "der offene, großzügige Grundansatz, dem es mit einfachen Mitteln gelingt, sowohl den Bezug von Hauptbahnhof und Stadtzentrum und zur Park- und Flusslandschaft herzustellen, als auch die wichtige Wegebeziehung in das Lindenhofquartier zu betonen", wie Elliger erklärte. Das gelinge durch die geschickte Verbindung der vorhandenen Baumreihe im Norden des Platzes mit neuen Baumpflanzungen, die von Hochbeeten gerahmt werden: "Sie bieten einen idealen Pflanzraum für die neuen Bäume und zugleich schattige Sitzgelegenheiten." Im westlichen Teil des Lindenhofplatzes werden die dort vorhandenen Bäume ebenfalls durch Neupflanzungen ergänzt: "Der Grünraum des Schlossgartens wird so in den Platzraum hinein- und an die Innenstadt herangeführt. Der relativ hohe Grünanteil schafft eine hohe Aufenthaltsqualität auf dem Platz auch in der warmen Jahreszeit und leistet einen positiven Beitrag in Bezug auf das Stadtklima."

Die Sitzbänke seien gut platziert. Das Wasserspiel an der nördlichen Platzkante bewerteten die Juroren ebenfalls als "sehr positives, in dieser Form angemessenes Element".

Sie würdigten auch, dass der südliche Platzbereich vor dem Gebäude der SG Development Group konsequent frei gehalten werde: "Er kann so für Außengastronomie genutzt werden. Zugleich wird die Fußwegbeziehung zur Glücksteinallee und zur Meerfeld Straße freigehalten", so

Großzügiger Gehwegbereich

Als "besonders gelungen" empfinde die Jury laut Elliger die Gestaltung der sich südlich anschließenden Räume im Ideenteil: "Die aufgelockerte, dennoch geordnete Baumgruppe am Ende der Meerfeldstraße trennt den Bereich klar vom eigentlichen Areal des Lindenhofplatzes, während der großzügige Gehwegbereich östlich der neuen Stadtbahntrasse die Verbindung zwischen Meerfeldstraße und Lindenhofplatz schafft." Im Übergangsbereich zum Platzraum findet auch die Glück-steinallee ein klar definiertes Ende.

Dennoch gibt es auch Kritikpunkte: So müsste die Haltestelle nach Ansicht der Juroren leicht nach Norden verschoben werden, um vom Weichen-Bereich abzurücken. Zudem müsse die Haltestelle einen Witterungsschutz erhalten. Kritisch gesehen werde auch, dass im südlichen Platzbereich keine Beleuchtung vorgesehen sei.

Dennoch resümierte die Jury in ihrer Begründung: "Der Entwurf bietet sehr gute Ansätze für eine wirtschaftliche Realisierung."

Und was wird das Projekt kosten? "Das kann man erst beziffern, wenn die Vertragsverhandlungen mit den Gewinnerarchitekten und allen Projektbeteiligten abgeschlossen sind", informierte Wolfgang Miodek vom Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung.

Und wann ist mit dem Baubeginn und der endgültigen Fertigstellung des gesamten Projektes zu rechnen? "Erst müssen die Tiefgarage der SG Development Group und die Arbeiten an der Glücksteinallee fertiggestellt sein", erklärte Miodek: "Das wird jedoch nicht vor Ende 2018, schätzungsweise eher Anfang 2019 der Fall sein."