Lindenhof

Lindenhof Ein Stadtteil macht die Nacht zum Tag

Sambatanzen auf der Straße

Wolfgang Zumkeller, einer der Inhaber von Der Kaffeeladen - Die Schokoladenwerkstatt, erinnert sich: „2010 waren wir die ersten und einzigen, die im Lindenhof bei der Langen Nacht mitgemacht haben. Es hat geschüttet und unser Laden war voll. Seither sind wir dabei.“

Ihm angeschlossen haben sich inzwischen rund 30 Geschäfte und nicht nur sie sind voll mit Besuchern. Die Lindenhöfer machen die Nacht zum Tag. Mit Kind und Kegel und Buggy unterwegs flanieren sie durch die Meerfeldstraße und ihre Nebenstraßen. Menschenmengen knubbeln sich überall, wo es Tische und Bänke, Feuer, Essen, Trinken oder einen Tischkicker gibt, wie bei Presse und mehr, wine4friends, Hans Walter, Villa Lindenhof und Kleine Welten. Vor dem kleinen Lädchen schafft es die Percussion-Formation Samba Lundi mit Power-Rhythmus und Trommelwirbel wieder über zweihundert Passanten in ihren Bann zu ziehen.

Weltliche Songs

Ein paar Meter weiter in der Bellenstraße tanzen die Menschen auf der Straße. Die Truppe mit dem Namen „Das Treppenkonzert“ gibt ein solches am Eingang der St. Josef Kirche. Hervorgegangen ist die Band aus der immer noch bestehenden fünfköpfigen Sacro-Pop-Band Majo der Gemeinden Maria-Hilf und St. Josef. Sie spielen zu dritt Pop- und Rock-Hits aus allen Jahrzehnten. Majo-Mitglied Melanie Slota dazu: „Manchmal machen die Jungs so ihr eigenes Ding und spielen auch auf Gemeindefesten weltliche Songs“.

Dass sich vor der Metzgerei im fünften Jahr ihres Bestehens wieder Menschentrauben bilden, gehört schon zum gewohnten Straßenbild der Langen Nacht dazu. Dieses Jahr lassen Serenity jazzig portugiesisch-spanische Musik erklingen.

Aber auch drinnen ist bei den Teilnehmern ein abwechslungsreiches Programm geboten. So lud die Bürgerinitiative Lindenhof BIG gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde und der Alpha-Buchhandlung zu einem Abend über jüdische Kultur in die Lanzkapelle ein.

Jüdische Kultur präsentiert

Rita Althausen, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, meinte zur Terminverlegung der Langen Nacht um eine Woche: „Die Zeiten haben sich in Deutschland leider geändert. Wir müssen, gerade nach dem Anschlag in Halle, sensibler mit dem 9. November umgehen. Aber wir wollen nicht zurückblicken, sondern nach vorne schauen und hier zeigen, dass jüdische Kultur aktuell viel zu bieten hat.“ ube