Lindenhof

Lindenhof Traditioneller Neujahrstreff des SPD-Ortsvereins / Premiere für den neuen Vorsitzenden Florian Kling

Stadtteil-Erweiterung kommt voran

Neujahrsempfänge sind eine schöne Tradition, aber zuweilen aber auch eine etwas steife Angelegenheit: enge Stuhlreihen, lange Reden, getragene Musik. Hier jedoch ist es ganz anders: ein mit seinen wandhohen Glasflächen offener Standort, Würfeln als Sitzgelegenheiten, kurze Reden, dafür viel angesagte Musik. So präsentiert sich diesmal die Traditionsveranstaltung des SPD Lindenhof, seit jeher zu Jahresbeginn Treffpunkt weit über die Aktiven dieser Partei hinaus für den Stadtteil.

Die zahlreichen Gäste versammeln sich im Atrium des Mafinex-Gebäudes, also im Herzen des völlig neuen Quartiers. „Die Erweiterung des Stadtteils schreitet voran, die Konturen zeichnen sich bereits ab“, erinnert die örtliche Stadträtin Heidrun Kämper in ihrer Ansprache.

Gestaltung der Meerfeldstraße

Wichtige stadtplanerische Elemente wie die Gestaltung des Meeräckerplatzes sind endlich abgeschlossen oder werden wie der Neubau des Lindenhofplatzes in diesem Jahr in Angriff genommen: „Notwendig ist hier ein attraktives Entrée zu unseren Stadtteil und ein bequemer Zugang zum Hauptbahnhof.“

Ein wichtiges Anliegen ist Kämper der Bunker in der Meerfeldstraße. „Es ist schade, dass ein solch großes und dominantes Gebäudes nicht stärker genutzt wird.“ Über die gegenwärtige Nutzung als Fundus der Grokageli-Fasnachter seien weitere möglich und wünschenswert.

Stichwort Meerfeldstraße: Hier möchte Kämper mit einem Antrag im Gemeinderat die Initiative ergreifen, um den Abschnitt vor der Diesterwegschule als Fahrradstraße zu gestalten: „Unsere Kinder müssen sicher zur Schule gelangen können.“

Apropos Kinder: Wichtigste Aufgabe im gesellschaftlichen Bereich bleibt auch vor Ort auf dem Lindenhof die Kinderbetreuung. Der gegenwärtige Notstand hier in diesem Bereich werde sich angesichts des Wachstums des Stadtteils nicht automatisch entspannen. Mit dem beschlossenen Neubau eines Kindergartens sei eine erste Maßnahme zur Lösung des Problems auf dem Weg.

Wichtiges Thema bleibt 2019 die Rheindammsanierung: „Hier stoßen zwei Sichtweisen aufeinander – von Politik und Bürgern, von Hochwasserschutz und Naturschutz“, weiß die Kommunalpolitikerin: „Es gilt, beides verantwortbar zu vereinbaren.“ Immerhin hat das jüngste Gutachten ergeben, dass erheblich weniger als die bislang befürchteten 1000 Bäume gefällt werden müssen. Im Frühjahr soll jedenfalls eine zweite Info-Veranstaltung stattfinden.

Als bedenklich kritisiert Kämper, dass in dieser Diskussion sogar fachlich gut begründete Gutachten einfach nicht mehr akzeptiert werden.

Sorge um die politische Kultur

Und damit ist Heidrun Kämper bei ganz grundsätzlichen Betrachtungen: der Verdrossenheit über Politik im Allgemeinen und Politiker im Besonderen, für die diese im zurückliegenden Jahr aber auch manche Nahrung geliefert haben, wie Kämper einräumt: „Trotzdem wird gerade in der Kommunalpolitik gute Sacharbeit geleistet“, betont sie. Auch in Mannheim trage die AfD dazu nichts bei: „Sie ist nicht die Stimme des Volkes. Sie passt nicht zu Mannheim.“

Das ist auch das Thema der Rede des neuen Ortsvereinsvorsitzenden Florian Kling. Für den 31-jährigen ehemaligen Berufsoffizier ist dieser Empfang eine Premiere. Er findet den richtigen Ton zwischen Beschreibung der Rahmenbedingungen und Motivierung der Mitstreiter. „Mir muss niemand sagen, wie unsere Partei dasteht“, bekennt er: „Dennoch müssen wir uns trauen, Wahlkampf zu machen.“ Dorthin zu gehen, wo die Menschen sind, „sich auch mal blöd ansprechen lassen. So etwas muss man aushalten.“

Danach ist schon Schluss mit Politik. In einem instruktiven Beitrag schildert der neue Nachtbürgermeister der Stadt, Hendrik Meier, seine Arbeit als Scharnier zwischen denen, die abends und nachts arbeiten, und den Bürgern. „Abends und nachts ist die Zeit, in der die meisten Menschen eben noch frei haben“, erläutert er die Notwendigkeit.

Musikalisch gestaltet wird der Abend durch die Sängerin Eva Sauter von der Popakademie. Mit selbst verfassten Songs wie dem hintersinnigen Text „vom BaFög-Amt“ bildet sie den angenehmen Rahmen für Gespräche bei einem Gläschen Sekt.