Lindenhof

Lindenhof Bauherren stellen beim Bezirksbeirat Gemeinschaftliches Wohnprojekt „meerGlück“ in der Meerfeldstraße vor / Zusammen genutzte Räume

„Wohngruppen bereichern unsere Stadt“

Ein Zusammenschluss von sechs Familien, die Mitglieder bunt gemischt im Alter von zwei bis 60 Jahren. Separate Wohnungen, aber – vom Musikzimmer übers Atelier bis zur Terrasse in luftiger Höhe – alles unter einem Dach: Zwei Bauherren stellten bei der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirates Lindenhof das Gemeinschaftliche Wohnprojekt „meerGlück“ in der Meerfeldstraße 70 bis 72 vor. Bislang handelt es sich bei dem Areal um ein brachliegendes Gelände. Mitte 2020 soll das neue Haus bezugsfertig sein.

„Unser Wohnprojekt versteht sich als eine generationsübergreifende Wohngruppe, die attraktive Gemeinschaftsbereiche errichten will. Die gemeinschaftlich genutzten Flächen befinden sich im Erdgeschoss und auf dem Dach und sind barrierefrei über ein kompaktes Treppenhaus mit Aufzug verbunden“, erläuterte Architekt, Bauherr und zukünftiger Mitbewohner Goran Medan.

Auf der Ebene des Eingangsbereichs gibt es Zugänge zum Gemeinschaftssaal oder Atelier, während oben die Dachterrasse mit Ausblick, urbanem Garten und Outdoorküche zum Verweilen und Spielen einlädt: „Unsere Kinder sind im ähnlichen Alter und können zusammen betreut werden.“

Atelier für Musik

Die Räume im Erdgeschoss öffnen sich zur Meerfeldstraße hin mit großen Fenstern, die sich im Sommer öffnen lassen und so eine Anbindung zur Freifläche ermöglichen. Das kleinere Eckzimmer mit einem separaten Eingang ist ein Ladenbüro oder Atelier für den mit der „meerGlück“-Gruppe befreundeten Musiker und Komponisten Adrian Zalten: „Hier kann er als Pianist tagsüber seine Unterrichtsstunden für Schüler aus der ganzen Region anbieten“, stellt Medan in Aussicht.

Die Dachterrasse samt Bewohnergarten soll mit einer Kinder- Spielfläche ausgestattet werden. Alle Ebenen sind barrierefrei geplant. Das gilt auch für die Erreichbarkeit des Gemeinschaftssaals mit Schaufenster zur Stadt sowie einer Gartenlaube mit Sommerküche.

„Seitens der Hausgemeinschaft sind Musikprojekte mit den Kindern geplant sowie Konzerte, die sich über die zu öffnende Fassade teilweise direkt mit dem Straßenleben verbinden lassen. „Hier wird das Atelier mit dem großzügigen Schaufenster zur Bühne an der Ecke Meerfeldstraße und Landteilstraße“, sagt Medan. „Zudem sind Kooperationen mit den umliegenden gastronomischen Betrieben sehr gut vorstellbar.“ Als Vorführer und Produktspezialist plane Musiker Adrian Zalten, im Atelier einen Showroom für sich und das Netzwerk an Künstlern aus der Umgebung einzurichten. „Das steht selbstverständlich auch für jeden Musikinteressierten aus der Umgebung zur Verfügung.“ Direkt neben dem Atelier befindet sich der Gemeinschaftssaal, der für die Hausbewohner und externe Interessenten gedacht ist.

Zwar kündigte Medan im Bezug auf die Planung auch den Bau von sechs neuen Pkw- und zwölf Fahrradstellplätzen an. Doch bei aller Freude über das neue Projekt treibt einige Bezirksbeiräte auch die Sorge um, dass die sechs neuen Familien die angespannte Parkplatzsituation auf dem Lindenhof noch zusätzlich verstärken könnten. Sechs Plätze für sechs mehrköpfige Familien halten etliche Bezirksbeiräte für zu wenig.

Ungelöste Parkplatzprobleme

Als „unfair“ bezeichnete hingegen Grünen-Stadträtin und Sitzungsleiterin Heike Zimmer die Kritik der Bezirksbeiräte. Die Bauherren seien eingeladen worden, um das Bauvorhaben vorzustellen. Nach Ansicht von Zimmer könne ja wohl niemand erwarten, „dass solch ein gemeinschaftliches Projekt die Parkplatzprobleme auf dem Lindenhof löst“. Schließlich sei das Areal jahrelang verwaist gewesen, wie Inge Schäfer vom Fachbereich Stadtplanung zu bedenken gab. Etliche Anwohner nutzten die Teilflächen zwischen Pfützen und Gras als Stellplätze.

Das Ausschreibungsverfahren der Koordinierungsstelle für Gemeinschaftliche Wohnprojekte sei speziell für „solche innovativen“ Vorhaben wie das von „meerGlück“ eingerichtet worden. Es orientiere sich nicht an Höchstgeboten, sondern richte eine kostenlose Reservierung ein, bis sich die Gruppe gefunden habe. Sonst könnte solch ein Zusammenschluss von völlig unterschiedlichen Parteien „nie gegen einen großen Investor bestehen“.

Bei der Gruppe in der Meerfeldstraße handelt es sich um Familien mit Kindern im Alter von einem bis 14 Jahre, sowie Erwachsenen und Alleinerziehenden im Alter von 33 bis 56 Jahre samt einem wenige Monate alten Hund.

Lange brachgelegen

„Wohngruppen bereichern unsere Stadtgemeinschaft“, betonte Zimmer. Und auch SPD-Stadträtin Heidrun Kämper fand deutliche Worte des Zuspruchs: „Diese Lebensform ist ein allererster Beitrag zur Verhinderung von Spekulationen mit Grund und Boden. Ich freue mich sehr, dass wir jetzt auf dem Lindenhof solch ein Projekt haben. Das Gelände lag wirklich lange genug brach“, so Kämper und in Richtung Bauherren: „Herzlichen Glückwunsch.“