Lokalsport Mannheim

Stark im Sport Dreispringerin Fehintola Oladejo peilt eine neue persönliche Bestleistung und bei der U-18-DM eine Medaille an

12,50 Meter – und dann ausrasten

Archivartikel

Mannheim.Fehintola Oladejo ist emotional und temperamentvoll. Vor allem, wenn nicht alles klappt. „Bei Erfolgen bin ich eher bescheiden. Aber wenn ich mal die 12,50 m packe – dann raste ich aus“, ist die 15-Jährige Dreispringerin von der MTG Mannheim überzeugt. Bei den deutschen Meisterschaften der U 18 Ende Juli in Ulm soll es soweit sein. Und das ist keine Utopie, denn Anfang Juni sprang sie in Eppelheim mit 12,24 m ihre bisherige Bestleistung. „Ich bin mit dem letzten Versuch noch von Platz fünf auf eins vorgesprungen. Das war eines meiner schönsten Erlebnisse.“

Mit ihrem Auftritt bei der Bauhaus-Juniorengala am Samstag im Michael-Hoffmann-Stadion vor eigenem Publikum war sie dagegen gar nicht zufrieden. „Ich hatte mich so über die Starterlaubnis gefreut, aber nichts passte“, wollte sie – obwohl drei Jahre jünger – mit der U-20-Konkurrenz mithalten. Immerhin steigerte sie sich kontinuierlich auf ihre zweitbeste Weite 11,83 m. „Aber Unzufriedenheit ist für mich eine große Motivation, das nächste Mal besser zu werden.“

Dreisprung gehört zu den technisch anspruchsvollsten leichtathletischen Disziplinen. Genau das fasziniert Oladejo. „Dreisprung ist sehr schwierig, man braucht eine saubere Technik. Aber mit den drei Phasen Hop, Step und Jump sieht er einfach mega cool aus. Ich habe mir das schon immer gern im Fernsehen angeschaut und 2018 selbst damit angefangen.“ Vorher machte die gebürtige Nigerianerin, die im Alter von drei Jahren beschloss, anlässlich eines Besuchs bei ihrem in Mannheim arbeitenden Vater zu bleiben („meine Mutter zog dann später nach“), eher Weit- und Hochsprung.

Entdeckt wurde sie beim traditionellen Grundschulsportfest der MTG vom inzwischen verstorbenen Talentsucher, Jugend- und Abteilungsleiter Michael Hoffmann. „Er hat mir eine Trainings-Einladung gegeben und seit 2014 bin ich bei der MTG.“ Wegen ihres besonderen Sprungtalents kam sie in die Gruppe von Thorsten Brendel, trainiert dort viermal pro Woche zwei bis drei Stunden mit den etwas älteren Nicklas Sammet und Mathis Hager.

Beim Anlauf noch Luft nach oben

„Es ist toll, die beiden motivieren mich immer.“ Vor allem, wenn es darum geht, den Jump zu verbessern – die letzte Phase mit der Landung. „Hop und Step sind einfach schön“, liebt sie die ersten beiden Phasen mehr. „Auch der Anlauf hat noch Luft nach oben, da ziehe ich noch nicht wieder durch“, erinnert sie sich ungern an die DM 2018, als sie viermal übertrat und nur einen gültigen Versuch hatte. Das soll ihr 2019 nicht mehr passieren.

„Ich bin in der U 18 die Nummer zwei im DLV, will in Ulm um eine Medaille mitkämpfen.“ Und sollte sie auch noch 12,50 m springen – dann wird sie wohl ausrasten.