Lokalsport Mannheim

VfL Kurpfalz Neckarau Kurzfristige Absage der Leistungsträger zwingt den Vizemeister zum Improvisieren

Abgang der Held-Brüder wirkt nach

MANNHEIM.Der VfL Kurpfalz Neckarau hat in der vergangenen Spielzeit knapp den Aufstieg in die Verbandsliga verpasst. In der Relegation unterlag er dem TuS Bilfingen mit 0:1. Ob der Traditionsverein die Saison 2018/19 in der neuen Runde noch einmal toppen kann? „Diesmal ist die Landesliga bärenstark“, findet Feytullah Genc, der mit Richard Weber und Bernd Wigand, das Neckarauer Trainertriumvirat bildet. Sieben bis acht Mannschaften könnten für den Titel in Frage kommen, glaubt er. Darunter seien neben den Verbandsliga-Absteigern SG Heidelberg-Kirchheim und SV 98 Schwetzingen auch der 1. FC Mühlhausen oder der ASC Neuenheim.

„Mühlhausen hat zum Beispiel mit Jonas Kiermeier von Astoria Walldorf einen Regionalligaspieler bekommen. Auch Neuenheim hat aufgerüstet. Mit Marcus Mayer, der ebenfalls aus Walldorf gekommen ist, hat der ASC einen echten Hochkaräter mit Regionalliga- und Oberligaerfahrung geholt. Auch die anderen Clubs aus der Heidelberger Ecke haben aufgerüstet“, erklärt Genc.

Und was ist in letzten Wochen beim VfL Kurpfalz passiert? „Wir hatten durch die kurzfristigen und nicht eingeplanten Abgänge der Held-Brüder Lorenz und Linus zeitweise viel Unruhe, das war nicht so schön“, sagt der Coach. „Lorenz hatte in der Winterpause schon Angebote aus der Verbandsliga. Er hat im Februar dann aber per Handschlag bei uns zugesagt. Kurz nach der Niederlage in der Relegation hat er dann aber plötzlich per SMS seinen Wechsel nach Schwetzingen verkündet. Das war ein kleiner Schock für uns. Es ist schade, dass beide ihr Wort gebrochen haben.“

Lorenz Held war mit 30 Treffern der beste Torjäger in der vergangenen Landesliga-Spielzeit. Mitte Juni mussten die Neckarauer auf die Suche nach Ersatz gehen. Neben den Helds hat nämlich mit Tim Kröbel ein dritter wichtiger Leistungsträger den Verein verlassen. Er ging zu seinem Heimatclub FV Ettlingenweier.

Doch die Neckarauer sind in kurzer Zeit noch fündig geworden. Fünf Neuverpflichtungen konnte Abteilungsleiter Lacky Paschaloglou seinem Trainertrio präsentieren. Der Wechsel von Furkan Aksoy, der von Verbandsliga-Absteiger SG Heidelberg-Kirchheim kam, stand schon im Frühling fest. Mit Ugur Beyazal, der in seiner Zeit bei der SpVgg Neckarelz Regionalligaerfahrung sammelte, hat sich der VfL Kurpfalz nun noch einen namhaften Routinier geangelt. Für den ASC Neuenheim erzielte der Goalgetter in der vergangenen Saison acht Tore. Er soll mit dem verbliebenen Idris Yildirim im Angriff für Gefahr sorgen.

Vertrauen in die Truppe

Hinzu kommen mit Joshua Hofmann, der zuletzt in Schwetzingen und davor bei Arminia Ludwigshafen gespielt hat, Ihsan Erdogan (Türkspor Mannheim) und Clement Glässer (ASV Durlach) drei weitere erfahrene Akteure. „Wir haben fünf Spieler geholt, die Potenzial für einen Stammplatz haben“, sagt Genc, der seine Mannschaft damit noch etwas stärker einschätzt als in der vergangenen Runde.

Laut dem Coach verlief die Vorbereitung auf die neue Runde „sehr schleppend“. „Nach der Relegation und den kurzfristigen Verpflichtungen der neuen Spieler hat es gedauert, bis wir alle Mann an Bord hatten und ordentlich trainieren konnten“, sagt Genc. „Die kommenden zwei bis drei Wochen sind für uns eigentlich noch Vorbereitungszeit.“

Doch das erste Ligaspiel bestreitet der VfL Kurpfalz Neckarau bereits am Sonntag (15 Uhr). Der Vize-Meister empfängt die FT Kirchheim. „Das ist ein ganz unangenehmer erster Gegner. Die Kirchheimer sind eine athletisch sehr gute Mannschaft. Im Sommer haben sie sich auch noch einmal richtig gut verstärkt. Das wird gleich ein schweres Spiel für uns“, macht Genc klar.

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