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SpVgg Wallstadt Der stets gescheiterte Aufstiegsanwärter der Vorjahre geht mit erneuertem Kader in die Runde und setzt sich kleinere Ziele

Aufbruch nach dem Umbruch

Mannheim.Neuer Kader, neue Ziele: Die SpVgg Wallstadt kommt runderneuert aus der Sommerpause. Acht Abgängen stehen ebenso viele Neuzugänge gegenüber. Ein gewaltiger Umbruch, den Trainer Michael Wagner für längst überfällig hält: „Wir haben in den vergangenen beiden Jahren unsere hohen Ziele nicht erreicht, das muss man so klar und deutlich sagen. Wir wollten ein neues Mannschaftsbild und haben viel am Kader gebastelt.“ Schon während der zurückliegenden Saison führte der Verein zahlreiche Gespräche und fasste früh den Entschluss: So kann es nicht weitergehen.

„Wir haben nicht die finanziellen Mittel wie andere Vereine. Wir überzeugen Spieler eher mit unserer Infrastruktur und dem gut aufgestellten Umfeld – das ist für die Kreisliga auf einem sehr hohen Niveau“, gewährt Wagner Einblicke und fügt an: „Ich wollte vor allem Jungs, die voll hinter diesem Konzept, der Mannschaft und dem Verein stehen und niemanden, der lange pokert oder irgendwo auf mehr Geld hofft.“

Verletzte kehren zurück

Das Ergebnis: Mit Sebastian Stihler hat sogar ein Verbandsliga-Spieler vom TSV Wieblingen den Weg nach Wallstadt gefunden. „Ein klasse Transfer“, freut sich Wagner und kündigt an: „Sebastian wird eine wichtige Rolle im Mittelfeld übernehmen und auch sicher schnell zur Führungspersönlichkeit.“ Zu den Neuzugängen gesellen sich nun auch ehemals Langzeitverletzte, die wieder ins Training zurückkehren. Mittelfeldmann Sebastian Pah ist nach einem Kreuzbandriss wieder einsatzfähig, bei Mario Geggus steht die Ampel nach einer Sehnenverletzung noch auf Gelb: „Er ist wieder im Trainingsbetrieb drin, wir dürfen es aber nicht übertreiben. Wir werden die Belastung stetig intensivieren, aber er braucht noch ein paar Wochen“, erklärt Wagner.

Zuletzt galt Wallstadt stets als Aufstiegsaspirant, kommunizierte dieses Ziel auch selbst – jetzt ist es anders. „Ich glaube fest an diese Mannschaft, sehe auch ein sehr großes Potenzial. Wir sind aber im Umbruch und werden Zeit brauchen, bis alles stimmt. Vom Aufstieg wollen wir daher auch nicht reden“, sagt der Trainer, der sich plötzlich in einer neuen Rolle wiederfindet: „Es ist interessant und unheimlich spannend, mal nicht als Favorit in eine Saison zu gehen. Da sind jetzt nicht gleich alle Augen auf uns gerichtet, der Druck liegt bei anderen.“

Trotz des Umbaus wird sich die Taktik nicht verändern. In der vergangenen Saison stellte die Sportvereinigung die beste Defensive der Liga – und die Abwehr soll die Basis bleiben, wie Wagner verrät: „Natürlich wollen wir weiterhin defensiv stabil stehen. Ob wir mit einer Dreier- oder Viererkette agieren, wird sich von Spiel zu Spiel zeigen. Wir hatten aber auch schon immer den Anspruch, das Tempo zu bestimmen und offensiv nach vorne zu drängen. Wir haben auch in dieser Runde die Qualität, jedem Spiel unseren Stempel aufzudrücken.“ Die weiteren Ziele des erfahrenen Trainers: Endlich mehr Konstanz und nicht wieder eine schier unglaubliche Verletzungsmisere wie in der abgelaufenen Saison.

Erste Erfolge

Nach der Vorbereitung sieht Wagner auch schon erste Erfolge. „Wir mussten als Team erst einmal zusammenwachsen, da haben wir viel für den Mannschaftsgeist gemacht – mittlerweile ist auch spielerisch eine klare Entwicklung zu erkennen“, resümiert der Trainer, der mit seiner Elf schon Achtungserfolge feierte. Im Kreispokal wurde Ligakonkurrent Hockenheim zuletzt mit 5:0 vom Platz gefegt, Landesligist Kirchheim wurde in einem Freundschaftsspiel mit 4:1 besiegt. „All das stimmt mich sehr positiv. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir in der Vorbereitung echt die Kurve bekommen, jetzt bin ich sehr gespannt, wie wir in die Saison kommen.“

All zu lange gedulden muss sich der Coach nicht – Wallstadt spielt schon am Freitagabend gegen Leutershausen (19 Uhr). „Das wird brutal schwer. Der FV zählt für mich zu den Mannschaften, die um die vorderen Plätze mitspielen werden“, kennt der Coach den Auftaktgegner sehr genau.

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