Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (61) Schwimmerin Maike Jung mag die Schwerelosigkeit im Becken / Kurzbahn-DM das Ziel im Dezember

Aus Liebe zum nassen Element

Archivartikel

Mannheim.Maike Jung ist mit einer Körpergröße von 1,58 m eher klein, für eine Schwimmerin sogar sehr klein. In den Kraul- und Rückendisziplinen hätte sie keine Chance. „Im Brustschwimmen und Delfin habe ich weniger Nachteile“, spielt die 16-Jährige aus Ilvesheim deshalb vor allem auf den Bruststrecken ihre Stärken aus. „50, 100 und 200 Meter schwimme ich am liebsten, da hatte ich auch sofort Erfolg“, erinnert sich die Elftklässlerin des Mannheimer Ludwig-Frank-Gymnasiums gut an ihre Anfänge. „Ich habe das Seepferdchen gemacht, dabei hat mich ein Heddesheimer Trainer entdeckt und mich zum Schwimmen gebracht.“ Auch wenn ihr damals die Leichtathletik beim SV Seckenheim noch mehr Spaß machte. „Doch Wasser ist eine ganz eigenes Element, die Schwerelosigkeit gibt einem ein ganz anderes Gefühl als an Land“, entdeckte sie schnell ihre Leidenschaft und machte 2014 Nägel mit Köpfen.

„Ich trainiere seither am OSP in Heidelberg und habe meine Umfänge drastisch gesteigert“, ist sie auf ihre Mutter angewiesen, um pro Woche acht Einheiten inklusive zweimal Frühtraining zu schaffen. „Meine Mutter ist zurzeit nicht berufstätig und kann deshalb mein Taxi sein. Sie fährt mich dienstags und donnerstags früh morgens nach Heidelberg, wartet 90 Minuten und bringt mich dann ins LFG“, profitiert sie von der Eliteschule des Sports. Beim Transport zum außer sonntags täglich dreistündigen Nachmittagstraining (bis 19 Uhr) wechseln sich zwei Familien ab.

Keine Langeweile dank Radio

Langweilig wird es Maike Jung nie, nicht einmal beim sogenannten „Kachelzählen“, wenn sie bis zu zweieinhalb Kilometer schwimmt. „In der Halle läuft immer das Radio, ansonsten denke ich nach oder singe im Kopf Lieder.“ Abwechslung bringen zudem das Trockentraining (Kraft, Stabilisation, Ballspiele), Technik-Einheiten und diverse Tests. „Außerdem stehen immer alle Stilarten auf dem Programm.“ Großen Wert legt sie auf die Wenden. „Wenn ich da schnell bin, kann ich beim Anschlag die Nachteile wegen meiner geringeren Armlänge kompensieren.“

Die Konzentration hat sich ausgezahlt, denn Maike gehört nicht nur zum baden-württembergischen Perspektivkader, sondern hat im Sommer dreimal Silber mit Bestzeiten bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften gewonnen. Die neue Saison bedeutet auch eine Weichenstellung, denn ab 2019/2020 muss sie sich der offenen Klasse stellen. Doch auch da hat sie schon ganz gut Fuß gefasst und will dies bei der Kurzbahn-DM im Dezember unter Beweis stellen. „Da gibt es keine Junioren-Wertung. Aber ich will das A-Finale erreichen.“