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Handball Ausgerechnet gegen den noch sieglosen TVB Stuttgart verlieren die Eulen mit 23:27

Bekanntes Szenario

LUDWIGSHAFEN.Zurück auf Anfang: Die Eulen Ludwigshafen grüßen seit Samstagabend in der Handball-Bundesliga wieder von einem Abstiegsrang. Die Mannschaft von Trainer Benjamin Matschke unterlag vor 2350 Zuschauern in der heimischen Friedrich-Ebert-Halle gegen den bis dato sieglosen TVB Stuttgart mit 23:27 (10:14) und tauschte mit dem zuvor Ligavorletzten die Tabellenplätze.

„Die Halle war bereit, aber wir haben es nicht geschafft, das zu entfachen, was notwendig ist, um so ein Spiel enger zu gestalten – weder in der Abwehr, im Tor oder im Angriff“, zeigte sich der Ludwigshafener Trainer ernüchtert: „In der Halbzeit habe ich der Mannschaft die kompletten Abwehraktionen vorgeführt und das Versprechen war eigentlich, dass nun viel mehr investiert werden sollte.“ Doch es kam anders.

Tatsächlich war es ein Abend, an dem die Eulen von Beginn nur hinterherliefen. Die Stuttgarter traten nicht wie ein Team an, das bis dato eine 1:11-Punktebilanz aufzuweisen hatte. Die Schwaben hatten ihr Team in der Sommerpause praktisch neu formiert. Mit dem Schweden Adam Lönn, dem Isländer Elvar Asgeirsson, oder dem Ex-Lemgoer Patrick Zieker wurden neue Leute geholt, aber bislang hatte das Stuttgarter Spiel noch nicht funktioniert.

Dippe: „Zu wenig Bewegung“

Doch ausgerechnet in der Ebert-Halle klickte es bei der Mannschaft von Coach Jürgen Schweikardt. „Wir haben endlich eine gute Abwehr gespielt und so auch den Grundstein für einen guten Angriff gelegt. Damit haben wir die Eulen gut im Griff gehabt“, sagte der TVB-Trainer. Stuttgart wirkte in dieser Form jedenfalls nicht wie ein Team, das Probleme mit dem Ligaverbleib bekommen dürfte.

„Wir hatten zu wenig Bewegung in der Abwehr“, befand Eulen-Spieler Kai Dippe und betonte: „Wir hatten uns das anders vorgestellt, aber in der Verteidigung haben wir in der ersten Halbzeit nicht das gezeigt, was wir drauf haben.“ Doch auch in der Offensive waren die Eulen recht ideenlos. Bis auf den 20-jährigen Max Neuhaus, der wieder eine gute Leistung zeigte, fehlte es bei den Ludwigshafenern am Überraschungsmoment. Coach Matschke sprach nach der Niederlage die harte englische Woche an: „Natürlich kann man anführen, dass es das dritte Spiel in sechs Tagen war. Allerdings soll das keine Ausrede sein, weil wir vom Kopf und der mentalen Bereitschaft nicht das gezeigt haben, was uns auszeichnet. Und das ärgert mich, weil es ein Spiel war, in dem wir genau das auf die Platte bringen wollten.“

Die Hoffnung nach dem Heimsieg gegen Leipzig Anfang September, dass die Eulen sich diesmal vielleicht im Mittelfeld der Liga festsetzen könnten, hat sich nicht erfüllt. Die Niederlage gegen Stuttgart war die vierte in Folge. Das Team liegt nun punktgleich mit dem Schlusslicht HSG Nordhorn-Lingen, das am Samstag ebenfalls gegen Leipzig mit 33:30 zum ersten Saisonsieg kam, am Tabellenende. Ein Szenario, das den Eulen aus den vergangenen zwei Bundesligaspielzeiten bestens bekannt ist.

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