Lokalsport Mannheim

MM-Extraspiel In der A-Klasse stürzt der VfR Mannheim II den TSV Neckarau mit einem 2:0-Erfolg von der Tabellenspitze

Bereit für das Herzschlagfinale

Mannheim.Vorentscheidung vertagt: Der VfR Mannheim II hat mit einem 2:0 (1:0)-Sieg beim TSV Neckarau das Rennen um die Meisterschaft in der Fußball-Kreisklasse A I wieder spannend gemacht. Nutznießer des Resultates ist der FC Hochstätt Türkspor, der durch seinen 8:0-Sieg die Tabellenspitze übernommen hat. Für den TSV Neckarau bedeutete die Heimschlappe gegen den Verfolger die erste Niederlage nach zwölf Siegen in Serie. „Für uns ändert sich die Situation nicht. Wir hatten die ganze Rückrunde schon Druck, uns keinen Ausrutscher leisten zu können“, versuchte TSV-Trainer Pasquale Pilato nach Spielende den Ball flach zu halten.

Das Spitzenspiel startete temporeich. Schon in der Anfangsviertelstunde verbuchten beide Teams je drei Eckbälle, doch zunächst arbeiteten die Defensivabteilungen konzentriert und ließen nichts zu. „Wir haben Neckarau vorher beobachtet und hatten uns auf lange Bälle eingestellt“, erklärte VfR-Trainer Giuliano Tondo. Sowohl Neckarau als auch der VfR II agierten mit einer Dreierkette, durch die Ähnlichkeit der Systeme neutralisierten sich die Teams. Den ersten Aufreger gab es in der 21. Minute, als ein Kopfball von Justin Rehberger nach einer Flanke von Christopher Hiller die Latte küsste. Die Partie wurde nun offener. Glück hatte der VfR II zweimal, als Luc Reinfelders scharfe Hereingabe keinen Abnehmer fand (24.) und Schlussmann Nico Umscheid einen Freistoß von Antonio Scalia zur Ecke lenkte (34.). In der 40. Minute musste Pilato umstellen. Nachdem schon Manuel Fuchs früh verletzt ausgeschieden war (7.), musste auch Manuel Neuberger nach einem Pressschlag das Feld verlassen.

Dann ging es ganz schnell, beim VfR II blitzte die individuelle Klasse von Jonas Meier-Küster auf, der Hiller genial in die Tiefe bediente und dieser ließ Bastian Beelitz im TSV-Tor keine Abwehrchance – 0:1 (43.). „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie an sich glauben sollen, denn sie waren nicht das schlechtere Team“, gab Pilato seiner Mannschaft mit auf den Weg in die zweite Hälfte. Aufgrund der verletzungsbedingten Wechsel stellte der TSV-Coach von Dreier- auf Viererkette um und erhoffte sich mehr Impulse über die Außenbahn.

Individuelle Klasse zahlt sich aus

Die Neckarauer schienen dem hohen Anfangstempo Tribut zollen zu müssen. Die Rasenspieler agierten nun leichtfüßiger und kombinationssicherer. In der 66. Minute hob Hiller einen Freistoß aus dem Halbfeld auf den zweiten Pfosten, Rehberger hielt den Kopf hin – und das Leder schlug im langen Eck ein zum 0:2. „Bei beiden Toren hat man die Klasse eines Christopher Hiller gesehen“, verdeutlichte VfR-Spielmacher Jonas Meier-Küster den Unterschied. „Im zweiten Durchgang haben wir alle füreinander gekämpft.“ Der TSV suchte in der Schlussphase mit letzten Kräften den Anschlusstreffer. Doch weder Pavlov mit einem fulminanten 22-Meter-Schuss (77.) noch Lars Leonhardt (78.) hatten das nötige Quäntchen Glück.

VfR-Trainer Giuliano Tondo, der vor dem Spiel noch auf den erkrankten Fred Lundahl verzichten musste, lobte sein Team: „Am Anfang waren wir nervös, dann waren wir spielerisch drin und wollten einfach mehr.“ Ausschlaggebend war neben der besseren Treffsicherheit die individuelle Klasse von Spielern wie Meier-Küster und Hiller.

Für die Rasenspieler hat sich die Ausgangslage nun erheblich verbessert, alles deutet auf ein Herzschlagfinale hin. „Wenn wir Glück haben, können wir nächste Woche Tabellenführer sein“, deutete Tondo auf das nächste Spitzenspiel zwischen dem FC Hochstätt Türkspor und dem TSV Neckarau in einer Woche hin. „Dann müssen wir uns nicht mehr auf andere verlassen.“