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Ringen Nach dem Abbruch der Bundesliga-Runde setzt sich Pascal Eisele aus Fürth im Odenwald beim Kaderturnier des Deutschen Ringerbundes durch

Bereit für die Weltmeisterschaften in Serbien

Archivartikel

Kleinostheim/Fürth.„Ich hatte mich schon die ganze Zeit gefragt, wie lange es noch gehen würde, doch das ging jetzt alles sehr abrupt“, sagt Pascal Eisele zum Abbruch der Bundesliga-Saison durch den Deutschen Ringerbund. Letztlich kam die Entscheidung für den Fürther in Diensten des SC Kleinostheim dann aber doch nicht so überraschend, da sich alleine in der vorigen Woche drei Vereine abgemeldet hatten. „Es mussten immer mehr Ringer in Quarantäne, es fielen Kämpfe aus, da war zu erwarten, dass die Runde nicht zu Ende gerungen wird.“

Auch dem Europameister von 2016 und WM-Dritten von 2017 war von Beginn an klar, dass „dies eine ganz andere Runde als in den Jahren zuvor geben wird“. Mehrere Vereine meldeten ihre Mannschaft aufgrund der Pandemie erst gar nicht an, andere hätten aufgrund der umfangreichen Hygienemaßnahmen nur darauf gewartet, dass sie abspringen konnten. „Deshalb haben wir auch nur von Woche zu Woche geschaut“, erklärt der 26-jährige Odenwälder.

Für seinen neuen Verein bedauert er den Abbruch, denn der SC habe hervorragende Arbeit geleistet. „Das Hygienekonzept war sehr gut. Das hat zwar extrem viel Arbeit gemacht, alles auf die Beine zu stellen, aber das ist in Kleinostheim bestens umgesetzt worden“, sagt er auch im Hinblick darauf, dass sich die Runde schon langsam den Play-offs zuneigte. „Das hat richtig Spaß gemacht in dem Verein, der Zusammenhalt war groß, deshalb ist es schade, dass es nun nicht weitergeht. Aber die Gesundheit geht vor.“

Titelkämpfe in Serbien

Ungeachtet dessen war Eisele in dieser Woche vonseiten der Nationalmannschaft gefordert. Denn der Deutsche Ringerbund führte ein internes Kaderturnier durch, das als aktueller Leistungsnachweis dienen sollte, aber auch Erkenntnisse für die Weltmeisterschaften, die der Weltringerverband im Dezember in Serbien plant, in den Gewichtsklassen bringen sollte, in denen die Starter noch offen sind.

Der Fürther trat hier in der 77-kg-Klasse an. „Seit langem war für mich wieder einmal Gewichtmachen angesagt. Von daher war das interessant, wie ich damit zurechtkommen würde“, ging er gespannt in die Kämpfe, die auch eine Standortbestimmung für die Qualifikation für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr sein sollten.

Nach drei Kämpfen stand er im Finale, wo mit Michael Widmayer der WM-Fünfte in der 72-kg-Klasse von 2019 wartete. Dreieinhalb Minuten lang wehrte Widmayer jeden Angriff ab, doch dann gelang es Eisele, eine Technik anzubringen und mit 2:0 in Führung zu gehen. „Es war klar, dass ich mir den Kampf nicht mehr nehmen lassen würde, wenn ich eine technische Wertung schaffe“, wusste er, dass damit schon die Vorentscheidung gefallen war. Am Ende siegte er mit 2:1.

Nun geht sein Blick in Richtung WM, auch wenn die offizielle Nominierung durch den Verband noch aussteht. „Das wäre ein Highlight, aber ich muss jetzt erst einmal abwarten, ob sie überhaupt stattfindet.“ Der Weltringerverband will in den nächsten Tagen dazu eine abschließende Entscheidung treffen.

Sein Training setzt er ungeachtet dessen fort, schließlich ist er als Spitzenringer von den Corona-Einschränkungen weniger betroffen. „Wir können im Olympia-Stützpunkt voll trainieren und es stehen auch weitere Lehrgänge des Nationalkaders an.“

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