Lokalsport Mannheim

Ringen Regionalligist SRC gewinnt Derby, doch Verfolger Tennenbronn bekommt Punkt zugesprochen

Bundesliga – Viernheim wähnt sich kurz am Ziel

Schriesheim.Das trockene, akustische Signal in der Schriesheimer Mehrzweckhalle beendete den Kampf ebenso nüchtern wie durchdringend, das Ploppen eines Sektkorkens ging im Riesenjubel der Viernheimer Fans unter. Dafür war die Schaumfontäne, die aus der Flasche schoss, umso besser zu sehen – und für einige der insgesamt 400 Zuschauer in der Halle auch spürbar. Doch den rund 250 Anhängern aus Südhessen war das herzlich egal: Sie freuten sich mit den feiernden Ringern des SRC Viernheim.

Mit einem 19:13-Sieg gegen den gastgebenden KSV hatte Viernheim vorzeitig die Meisterschaft in der Regionalliga Baden-Württemberg gewonnen. Da die 2. Liga seit 2017 pausiert, startet Viernheim kommendes Jahr direkt in der Bundesliga – erstmals in der 123-jährigen Geschichte des Vereins. Es gibt da allerdings noch einen Haken, der am Freitagabend noch unbekannt war: Der KSV Tennenbronn bekam nachträglich einen Punkt zugesprochen, so dass der Verfolger die Viernheimer theoretisch noch einholen kann.

„Ein phänomenales Gefühl“, kommentierte Co-Trainer Sascha Niebler den aus SRC-Sicht vermeintlich historischen Erfolg in einer ersten Reaktion. Individuell gab es bereits große Erfolge, die mit Viernheim verbunden werden: Nieblers Vater Fritz war zweimal Olympiateilnehmer, und in der jüngeren Vergangenheit gab es gute DM-Platzierungen. „Jetzt haben wir es mannschaftssportlich ganz nach oben geschafft, nachdem es Ende der 70er und in den 80ern zweimal knapp davor war“, jubelte Niebler.

„Wir sind wirklich ein Team, in dem jeder für jeden kämpft und deshalb hat es jeder Einzelne verdient, aufzusteigen“, sagte Chefcoach Tony Seifert glücklich strahlend. Einen Mann des Tages konnte er nicht klar herausdeuten. Aber: „Florian Scheuer ist wieder einmal über sich hinausgewachsen, und Pascal Hilkert hat einen super Kampf hingelegt.“ Nach Hilkerts 1:0-Punktsieg lag der SRC deutlich in Führung.

Shyukriev schultert Kayakiran

Lange sah es aber anders aus. Zwar war der SRC kampflos in Front gegangen, weil Schriesheims Bantamgewichtler verletzungsbedingt und ersatzlos ausfiel. Dennoch kam der KSV um den auf der Matte siegreichen Ringertrainer Attila Tamas auf 12:10 heran. Die SRC-Mission stand auf Messers Schneide. Doch dann schulterte Shyukry Salimov Shyukriev umjubelt KSV-Neuzugang Sinan Kayakiran und den Gastgebern gelang nur noch ein weiterer Sieg.

„Wir gönnen dem SRC den Sieg und wünschen viel Erfolg im Oberhaus“, sagte KSV-Abteilungsleiter Marc Hartmann. „Finanziell und sportlich stehen wir vor einer großen Herausforderung“, weiß Niebler. Für das „kleine Experiment“ benötige man Sponsoren und die personelle Verstärkungen – auch, um auf Verletzungen reagieren zu können.

Abzug für Ladenburg

Auch der ASV Ladenburg hatte etwas zu feiern: Mit einem 18:14 in Rheinfelden machte der ASV einen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Dennoch gab es einen Wermutstropfen: Leistungsträger und Jugendtrainer Tamirlan Bicekuev wechselte zum DRL-Club Ispringen und startete für diesen in der vom Deutschen Ringer Bund und vom internationalen Verband nicht anerkannten Liga. Der ASV trennte sich umgehend von Bicekuev, musste aber gemäß den Richtlinien Punktabzüge hinnehmen. Genau das hatte Auswirkungen auf den Titelkampf, da das 14:14 gegen Tennenbronn in einen 18:12-Erfolg für den Viernheimer Kontrahenten umgewandelt wurde.

In der Oberliga machte Nieder-Liebersbach den Aufstieg in die Regionalliga perfekt. Ihren fünften Sieg in Folge feierte die Eiche Sandhofen mit dem 22:14 in Malsch. pj/TP/red

Zum Thema