Lokalsport Mannheim

Fußball-Kreisklasse A II TSV Amicitia Viernheim hat sich in der Liga etabliert

Das Jugend-Erfolgsprinzip

Archivartikel

VIERNHEIM.Noch im Sommer des vergangenen Jahres stand der TSV Amicitia Viernheim II nach dem großen Umbruch vor der Stunde Null. Die erste Mannschaft, gerade aus der Verbandsliga abgestiegen, trat nicht in der Landesliga an. Einzig verbliebenes Team im Seniorenbereich war damit die zweite Mannschaft, die sich erst am letzten Spieltag durch einen Sieg den Klassenerhalt in der Kreisklasse A II gesichert hatte. „Als ich im Sommer gefragt wurde, ob ich die Mannschaft übernehme, wurde mir gesagt, dass ich mit dem Team nur in der Liga bleiben müsse“, erinnert sich Trainer Uwe Beck. „Ich habe geantwortet, dass mein Ziel eine Mannschaft ist, die Fußball spielt und eine gute Rolle einnimmt.“

Mit vier verbliebenen Spielern sowie einer Mannschaft, die im Schnitt keine 19 Jahre alt ist und sich hauptsächlich aus Viernheimern zusammensetzt, wurde ein toller Mix gefunden, der sich in der Liga nun mehr als etabliert hat. Erst drei Niederlagen stehen auf dem Konto der Südhessen – ebenso wenige wie beim Spitzenreiter LSV 64 Ladenburg. „Die Entscheidung, nur auf die eigene Jugend zu setzen, hat sich mehr als bezahlt gemacht“, urteilt Beck. „Es ist die einzige Möglichkeit, zu bestehen.“

In den vergangenen Jahren hat der TSV Amicitia seine Jugendabteilung ausgebaut und beginnt nun, die Früchte zu ernten. Vorbei sind die Zeiten, als mit dem ruinösen Anspruch, um jeden Preis Verbands- oder Landesliga spielen zu müssen, junge Spieler aus den eigenen Reihen ziehen gelassen wurden, um mit gutbezahlten Kräften von außen den Status quo zu sichern. „Wir müssen unseren Jugendspielern eine Perspektive anbieten und das auch realisieren. Das bekommen wir jetzt schon zurück“, schwärmt Beck.

Noch fehlt Erfahrung

Die Mannschaft ist zwar noch nicht ganz in der Lage, ihr Ding komplett durchzuziehen, dafür fehlt noch Erfahrung. Dennoch ist der Weg in eine sportlich reife Zukunft gelegt. „Ich habe zuletzt schon zwei A-Jugendliche eingebaut und sie reinschnuppern lassen, damit sie sehen, dass sie gebraucht werden“, so Beck. Das große Plus der Südhessen, die sich nun bis auf Platz sechs emporgearbeitet haben, ist die Geschlossenheit. „Es ragt nicht der treffsichere Stürmer heraus oder der Spielmacher, sondern wir bestehen als Mannschaft. Und dazu gehören dann auch die Nummer 14 und 15.“

Gerüchte, dass es auch in der kommenden Saison nur eine Viernheimer Mannschaft geben könnte, will Beck weder bestätigen noch dementieren. „Wir schauen, wie viele Spieler wir haben. Wir streben aber zwei Teams an.“ Sicher ist aber, dass er das Kreisliga-Team trainiert. wy