Lokalsport Mannheim

Turf Ausgleich-I-Sieg geht nach Düsseldorf / Erfolgreiche Lokalmatadore beim Oktoberfest-Renntag

Dato triumphiert bei Mannheimer Premiere

Archivartikel

Mannheim.Beim Saisonausklang auf der Seckenheimer Waldrennbahn hat alles gepasst. Bei perfektem Wetter machten knapp 4000 Besucher am Samstag einen Umsatz von 125 000 Euro und feierten erfolgreiche Lokalmatadore. Die zehn Galopper aus dem Stall von Marco Klein holten drei Siege, zwei zweite Plätze und liefen dreimal in die Geldränge. Die Pferde von Horst Rudolph und Stephan Buchner landeten dort zweimal.

Der sportliche Höhepunkt des Oktoberfest-Renntages war der mit 22 500 Euro dotierte Ausgleich I um den B.A.U.-Preis. Alle namhaften Trainer aus Deutschland schickten ihre Pferde an den Start, einen eindeutigen Favoriten gab es unter den acht Konkurrenten nicht. Dass sich mit dem dreijährigen Dato der Jüngste im Spitzenfeld durchsetzte, spricht für die Qualität des Hengstes, der in Düsseldorf von Sascha Smrczek trainiert wird.

„Dato ist ein tolles Pferd. Das war mein erster Versuch in Mannheim, aber nicht mein letzter“, versprach der Coach. Dato gewann mit Lukas Delozier im Sattel überlegen vor Numerion/Carlos Henrique und Manipur/Maxim Pecheur. Mannheimer Galopper waren nicht am Start.

Die triumphierten jedoch im Ausgleich III mit vier Platzierungen unter den besten Fünf – die Ränge eins, zwei und fünf gingen an die Pferde von Trainer Marco Klein. Doch die Platzverteilung war überraschend. Denn nicht Gabriele Gauls vierjähriger Siegkandidat Earl war der Schnellste, sondern dessen erfahrener Stallgenosse Kitaneso. „Ich hatte so ein Bauchgefühl, dass Maike Riehl eventuell aus dem Nichts kommt“, sollten sich Kleins Vorahnungen bewahrheiten. Denn auf der Gegengeraden der 1900 Meter pirschte sich der achtjährige Wallach unter seiner Reiterin immer weiter nach vorn und ließ im Ziel auch den bis dahin vorn liegenden Earl mit Scardino im Sattel hinter sich.

„Kitaneso hat plötzlich Lust am Kämpfen gezeigt“, beobachtete Klein. Fünfte wurde Gauls ebenfalls von ihm betreute Stute Pietraia, als Vierter zeigte Horst Rudolphs Pissarro wieder aufsteigende Form.

Für den perfekten Auftakt hatte Tommaso Scardino auf Thunder-light gesorgt. Nach einem taktisch klugen Rennen holte er den ersten Sieg des Tages. „Das ist das Marco-Klein-Phänomen“, sagte Christian Peterschmitt (Zweibrücken), der Besitzertrainer des bis zur Zielgerade der 2500 Meter führenden Kingdom of Heaven. „Meine Topfavoriten sind hier schon oft geschlagen worden. Kingdom hatte am Ende keine Chance mehr“, gratulierte er zum deutlichen Erfolg.

Auf den 3100 Metern im Weisenburger-Preis bewiesen Kleins Bergadler und Stephan Buchners Kashani Steherqualitäten. Erstmals auf dieser Distanz unterwegs rollte Bergadler unter Scardino nach dem Schlussbogen das Feld von hinten auf und wurde Zweiter. Kashani, der Wallach des BRV-Präsidenten, lief das zweitbeste Rennen seines fünfjährigen Lebens und wurde mit Riccardo Mela im Sattel Vierter.

Der ist seit kurzem ein Kollege von Kleins langjährigem Stalljockey Tommaso Scardino und krönte seinen Einstand mit einem Sieg auf Wüstenlady. „Die 1400 Meter sind ihre Distanz. Aber ich hatte wegen des hohen Gewichts von 63 Kilogramm Bauchweh. Doch die beiden haben das toll gemacht“, freute sich der rundum zufriedene Chef.

Buchner zieht positive Bilanz

Hochzufrieden war auch BRV-Präsident Stephan Buchner. „Wir hatten eine sehr erfolgreiche Saison, die Motto-Tage haben gezogen, die Kooperation mit den Vereinen kam hervorragend an. Wir haben die zwei Todesfälle an den ersten beiden Renntagen analysiert und obwohl keine Nachlässigkeiten gefunden wurden, durch die Anschaffung von Plastikrails für noch mehr Sicherheit gesorgt. Dass der Galoppsport in Mannheim ankommt, zeigt die Umsatzsteigerung von 50 Prozent auf 600 000 Euro. Das ist das beste Ergebnis seit zehn Jahren. Wir werden 80 Prozent an die Wetter ausschütten, den Rest für Preise einsetzen.“ Saisonauftakt ist am 5. April 2020.

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