Lokalsport Mannheim

Basketball Deutschland schlägt Türkei in einem emotionalen Duell beim Albert-Schweitzer-Turnier mit 74:70

DBB-Jungs machen Riesenschritt

Archivartikel

Mannheim.Die deutsche U-18-Nationalmannschaft steht dicht vor dem Einzug ins Halbfinale des 29. Albert-Schweitzer-Turniers (AST) in Mannheim und Viernheim. Vor 1000 Zuschauern in der Mannheimer GBG Halle entschieden die Talente des Deutschen Basketball-Bunds (DBB) den Klassiker gegen die Türkei am Ostermontag mit 74:70 (16:16/15:12/22:29/21:13) für sich. Für das Team von Bundestrainer Alan Ibrahimagic war es der dritte Sieg im dritten Vorrundenmatch der Gruppe A. Am Mittwochabend (20 Uhr) kommt es zum Top-Spiel gegen Australien. Der Kontrahent aus „Down Under“ hatte am Nachmittag (85:56 gegen Japan) ebenfalls den dritten Erfolg eingeheimst.

Deutschland gegen Türkei: Dieses Duell lässt niemanden kalt, schon gar nicht in Mannheim, wo fast 30 000 türkischstämmige Menschen leben. Das Duell zwischen den U-18-Basketballern beider Länder am Ostermontag gehört zu den schönsten Traditionen des AST – und zu den emotionalsten. Wie in den vergangenen Jahren überließ der türkische Anhang nichts dem Zufall. Ein Teil der Haupttribüne war fest in rot-weißen Händen, mehr als 100 Zuschauer feuerten ihr Team lautstark mit Trommel, Flaggen und Stimmgewalt an. Der größere Teil auf den Rängen drückte jedoch Schwarz-Rot-Gold die Daumen – auch das war nicht zu überhören.

Für den türkischen Nachwuchs stand mehr auf dem Spiel als für die deutsche U18. Nach dem 73:67-Auftaktsieg gegen Außenseiter Japan hatte es am Sonntag ein 73:79 gegen Argentinien gesetzt. Eine Niederlage gegen Deutschland, und die Chancen auf das Halbfinale wären auf ein Minimum gesunken. Die Lage der DBB-Talente, die in Gruppe A mit einem knappen 86:85-Erfolg gegen technisch starke Israelis und einem 113:48-Kantererfolg über Japan ins Turnier gestartet waren, gestaltete sich da etwas entspannter.

Es ging sofort packend zur Sache. Die deutsche Mannschaft überzeugte zunächst mit Coolness im Spielaufbau, den Kapitän und Top-Scorer Jonas Mattisseck (22 Punkte) lenkte. Das brachte dem DBB-Team eine 5:2-Führung ein, später wuchs der Vorsprung (12:6, 14:8). Die erste Auszeit der Türken (5:17 Minuten) verfehlte ihre Wirkung nicht. Zum Ende des ersten Viertels stand es 16:16, in der bislang überzeugenden DBB-Offensive häuften sich dagegen die Fehler. Im zweiten Abschnitt blieb Deutschland zeitweise vier Minuten ohne Punkt, der Türkei war’s recht – 18:24. Doch der Titelverteidiger, bei dem Marco Hollersbacher und Kilian Binapfl mit Verletzungen raus mussten, kämpfte sich erfolgreich zurück – mit einem 31:28 ging es in die Kabine.

Im dritten Abschnitt wechselte die Führung hin und her, jetzt war richtig Stimmung in der Bude. Nach einem DBB-Zwischenspurt (50:45) ging die Türkei auch dank ihres überragenden Point Guard Eray Akyüz (15 Punkte) als Führender ins Schlussviertel (53:57). Den minimal längeren Atem hatte jedoch das deutsche Team: Nach Mattissecks Korbleger zur 72:70-Führung 29,3 Sekunden vor Schluss und den sicheren Freiwürfen von Hendrik Drescher kannte der Jubel keine Grenzen. Am Dienstag ruhen die Bälle am Herzogenried und in der Viernheimer Waldsporthalle, wo die Spiele der Gruppe B steigen. Am Mittwoch geht es ab 15:30 Uhr (Türkei gegen Israel in Mannheim, Italien gegen Russland in Viernheim) mit dem vierten und vorletzten Vorrundenspieltag weiter.