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Fußball Verbandstag entscheidet am Samstag über den Umgang mit der unterbrochenen Saison / Zweitplatzierte Vereine hoffen noch auf Aufstieg

Der Abbruch naht – aber was folgt dann?

Archivartikel

Mannheim.Das letzte noch ausgetragene Spiel des Fußball-Kreisligisten SC Rot-Weiß Rheinau gegen den SV Enosis Mannheim endete am 8. März mit 0:3. Dadurch wurden die Rheinauer, die das Klassement zuvor an 13 Spieltagen hintereinander angeführt hatten, hinter die TSG Lützelsachsen auf Rang zwei verbannt – aufgrund des schlechteren Torverhältnisses. Dann folgte die Corona-Unterbrechung, die am Samstag beim Verbandstag mit großer Wahrscheinlichkeit in einen Saison-Abbruch umgewandelt wird. Doch wie umgehen mit dieser halben Spielzeit? Darüber gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen.

Sollte das alternative Szenario Saisonfortsetzung, für das sich in einer unverbindlichen und lediglich meinungsbildenden Umfrage nur etwa zehn Prozent der Vereine des Badischen Fußball-Verbands (bfv) ausgesprochen hatten, von der Delegiertenversammlung endgültig abgelehnt werden, ginge es im nächsten Schritt darum, wie sich der Saisonabbruch im Tabellenbild darstellt. Klar ist in diesem Fall, dass die Meister aufsteigen und keiner absteigen soll. Soweit bei einer Spielklasse eine reine Aufstiegsrunde – das heißt ohne Teilnehmer der übergeordneten Spielklasse – vorgesehen ist, dürfte dann auch der Quotientenbeste, in der A-Klasse wäre das der TSV Neckarau (wir berichteten), aufsteigen.

Dies rief nun den FC Victoria Bammental auf den Plan, der ebenfalls am letzten Spieltag die Tabellenführung in der Landesliga an den 1. FC Mühlhausen abgegeben hatte – durch einen verschossenen Elfmeter im Spiel gegen die FT Kirchheim (2:2). Die Bammentaler Verantwortlichen bringen nun einen Antrag in den Verbandstag, wonach auch die Clubs auf den Relegationsplätzen aufsteigen sollten. Dem schloss sich neben dem VfB Leimen auch der SC Rot-Weiß Rheinau an.

„Von uns ging kein Antrag aus. Wir haben unsere Stellungnahme abgegeben und die Entscheidung für die Meister mit Sportlichkeit und Fairplay mitgetragen“, relativiert Vorsitzender Erwin Prudlik. „Als dann Bammental die zweitplatzierten Vereine angeschrieben hat, haben wir uns solidarisch gezeigt und den Antrag unterstützt.“ Doch in Rheinau bleibt man realistisch und Prudlik erwartet, dass es der Antrag auf dem Verbandstag schwer haben dürfte. „Vielen Vereinen, die zwischen Gut und Böse stehen, wird es egal sein, oder sie scheuen sich gar vor einer Mammutsaison.“

Mit gemischten Gefühlen schaut Kreisvorsitzender Harald Schäfer auf den Antrag: „Ich finde es legitim, dass die Vereine den Antrag stellen. Es muss aber auch jedem klar sein, dass aufgrund der Staffelgröße in Verbands- und Landesliga kein Spielbetrieb mit Hin- und Rückrunde möglich ist. Es würde Jahre dauern, bis wieder eine normale Staffelgröße hergestellt ist. Ich glaube nicht, dass das im Sinne der meisten anderen Vereine ist, aber wir stellen es zur Abstimmung und werden das Votum akzeptieren.“ 

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