Lokalsport Mannheim

Hallenhockey DHB-Team mit Fabian Pehlke und Danny Nguyen vom MHC verspielt im WM-Finale gegen Österreich eine 3:1-Führung

Der Traum platzt kurz vor Schluss

Berlin.Mit leeren Blicken, enttäuscht auf dem Hallenboden sitzend, verfolgten die deutschen Hockey-Herren gestern in der Berliner Max-Schmeling-Halle die Siegerehrung der Damen. Auch in den Gesichtern von Danny Nguyen und Fabian Pehlke vom Mannheimer HC war die Trauer nach der gerade erlittenen Finalniederlage gegen Österreich deutlich abzulesen.

Nachdem es nach regulärer Spielzeit 3:3 (2:1) gestanden hatte, gewann die Alpenrepublik das entscheidende Penaltyschießen mit 3:2 und krönte sich erstmals zum Hallenhockey-Weltmeister, nachdem sie bereits im Januar in Antwerpen den EM-Titel geholt hatte. „Ich weiß auch nicht, wie uns das passieren konnte, wir hatten das Spiel bis zum 3:1 im Griff. Während wir aber die Fehler der Österreicher nicht zum vierten Tor nutzen konnten, hat Österreich unsere bestraft“, konnte es Nguyen nicht fassen, dass die Heim-WM aus Sicht der deutschen Herren kein Happy End fand: Als noch 38 Sekunden auf der Uhr standen, verwandelte der österreichische Strafeckenspezialist Michael Körper eine Strafecke zum 3:3-Ausgleich und erzwang das Nachsitzen, in dem Körper auch den entscheidenden Penalty verwandelte, als er als zehnter Schütze Tobias Walter, seinen Clubkollegen vom Harvestehuder THC Hamburg, überwand.

An ein Penaltyschießen hatte MHC-Stürmer Fabian Pehlke schon von der Hallenhockey-WM 2015 in Leipzig keine guten Erinnerungen. Vor drei Jahren war es Pehlke, der im Halbfinale gegen die Niederlande den entscheidenden Versuch vergab – Deutschland musste am Ende mit Bronze zufrieden sein. „Ich bin genauso enttäuscht wie alle anderen Jungs hier, denn ich wollte Gold holen. Über die Silbermedaille werde ich mich wohl nie freuen können“, wollte der 32-jährige seine Karriere eigentlich mit dem Titelgewinn krönend abschließen.

Eigens für dieses Ziel war der 32-jährige Stürmer in der abgelaufenen Hallensaison noch einmal für den MHC in der Bundesliga aufgelaufen. „Ich wollte den WM-Titel, und es hat nicht geklappt – da ist die Enttäuschung jetzt einfach riesengroß“, konnten Pehlke auch die Fans nicht trösten, die das deutsche Team bei der Siegerehrung dennoch mit Riesenapplaus bedachten.

Dabei schien Pehlkes großer WM-Traum wahr zu werden, denn das deutsche Team erwischte vor den 8300 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle einen fulminanten Start, als mit DHB-Kapitän Martin Häner (6./Strafecke) und Martin Zwicker (8.) die beiden Spieler vom Berliner HC das deutsche Team quasi in eigener Halle früh mit 2:0 in Führung brachten.

Starker Auftritt bis zum 3:1

Dass Dominic Uher für Österreich fast postwendend auf 2:1 (9./Strafecke) verkürzte, schmerzte zu diesem Zeitpunkt kaum, schließlich erhöhte Christopher Rühr nach der Pause die DHB-Auswahl auf 3:1 (26./Strafecke). Für Rühr war es das 19. Turniertor, der damit nicht nur Topscorer der WM wurde, sondern auch zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde.

Was danach folgte, waren die Strafeckentore von Michael Körper in der 33. und 40. Minute und das Penaltyschießen. Dort hielt Rühr das deutsche Team nach den ersten drei Schützen mit seinem Treffer am Leben, und es ging nun mit jeweils einem Schützen weiter. Das erste Pärchen mit Christopher Rühr für Deutschland und Sebastian Eitenberger für Österreich scheiterte. Tobias Hauke hätte für Deutschland vorlegen können, aber er vergab, während Michael Körper im Anschluss den WM-Titel für die Alpenrepublik klarmachte.