Lokalsport Mannheim

MM-Extra-Spiel A-Liga-Aufsteiger Feudenheim punktet auch beim 1:1 gegen die SG Mannheim, ärgert sich aber über den späten Ausgleich der Kroaten

DJK zwischen Frust und Zufriedenheit

Archivartikel

Mannheim.Es war eine Mischung aus Frust und Zufriedenheit, die die Spieler des DJK Feudenheim nach dem 1:1 gegen die SG Mannheim in der Fußball-Kreisklasse A, Staffel II, verspürten. Frust, weil der DJK erst kurz vor Schluss den Ausgleich schlucken musste – und Zufriedenheit, weil der Aufsteiger sich mehr als wacker schlug und wieder einmal unter Beweis stellte, dass man sich als Neuling in der Liga nicht verstecken muss.

Das Nachbarschaftsduell – die beiden Plätze der Clubs liegen Luftlinie nicht einmal einen Kilometer auseinander – fand unter stürmischen Witterungsbedingungen statt und dementsprechend taten sich beide Mannschaften im ersten Durchgang schwer, ihr gewohntes Spiel aufzuziehen. „Das Wetter war katastrophal. Die Bewegungen des Balles waren kaum vorauszusehen, mal war er schneller, mal langsamer“, beklagte SG-Torwart Sinisa Tadic. Es war also nur logisch, dass sich kaum Szenen in den Gefahrenzonen abspielten. Die Croatia hatte in der Anfangsphase zwar mehr Spielanteile und baute so mehr Druck auf, erspielte sich dabei aber kaum zwingende Chancen.

Feudenheim hingegen kam zunächst nur nach einem Eckball zu einer Abschlussmöglichkeit (11.), ehe es dann in der 33. Minute so richtig gefährlich wurde: Erst traf Celin Reisdorf per Distanzschuss das Lattenkreuz und der Nachschuss von Jakob Dreher touchierte ebenfalls die Querstange. Das war wie ein Weckruf für die SG, denn in der Folge spielten sich die Kroaten vor allem in Person von Ilija Zivkovic mehrere vielversprechende Möglichkeiten heraus. Doch der offensive Mittelfeldspieler ließ im Abschluss die Kaltschnäuzigkeit vermissen (42., 45.), zudem scheiterte Matej Katava nach Vorlage von Zivkovic aus spitzem Winkel (43.).

Linnenbrinks eleganter Heber

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Feudenheimer sofort das Kommando, indem sie den gegnerischen Strafraum zeitweise belagerten und wurden auch prompt belohnt: Nils Kaufmann erwischte die Hintermannschaft der Kroaten mit einem langen Ball in die Spitze auf dem falschen Fuß. Stürmer Daniel Linnenbrink nahm den Pass fantastisch an, fackelte nicht lange und beförderte das Spielgerät mit einem eleganten Heber über den chancenlosen Tadic ins Netz (55.). „Ich habe nur versucht den Ball irgendwie reinzumachen. Wobei es geholfen hat, dass ich ein fast identisches Tor schon vergangene Woche erzielt hatte“, beschrieb der Torschütze die erlösende 1:0-Führung für den DJK.

„An solche Aktionen von ihm haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Das hat er technisch einfach überragend gemacht“, erhielt Linnenbrink von seinem Trainer Wolfgang Jantz viel Lob. Der DJK Feudenheim hatte mit dem Führungstreffer das Momentum auf seiner Seite, ruhte sich aber nicht darauf aus, sondern hielt den Druck weiter aufrecht. Die SG Mannheim tat sich damit schwer und sendete erst wieder in der 63. Minute ein kleines Lebenszeichen. Dabei hatte Croatias Bester, Ilija Zivkovic, wieder seine Füße im Spiel.

Auch Mamadou Diallo hatte den Ausgleich auf dem Fuß, doch er setzte den Ball weit über den DJK-Kasten. Dadurch war klar, dass die SG in der Schlussphase gezwungen war, das Spiel offener zu gestalten und mehr Risiko einzugehen – auch auf die Gefahr hin, dass sich Räume und Konterchancen für den Gegner ergaben.

Doch Feudenheim verpasste es, diese Räume zu nutzen und den Deckel drauf zu machen. So kam es wie es kommen musste und ausgerechnet der bis dato unglückliche Zivkovic verwandelte kurz vor Abpfiff einen direkten Freistoß zum mehr als glücklichen 1:1-Endstand (85.).

Für SG-Trainer Josip Petrina war es „ein gerechtes Unentschieden, da wir zum Schluss alles nach vorne geworfen haben.“ Auch sein Torwart Tadic war zufrieden mit der Ausbeute: „Man muss einfach glücklich sein, wenn man kurz vor dem Ende noch einen Punkt holt.“

Auf Seiten der Feudenheimer herrschte zwar „Unzufriedenheit über das Ergebnis, aber nicht über die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind“, so Torschütze Linnenbrink. DJK-Coach Jantz schlug einen ähnlichen Ton an: „Wir haben als Aufsteiger gut mitgehalten und wurden nicht an die Wand gespielt. Das kann sich sehen lassen.“