Lokalsport Mannheim

Turf Beim „After-Work-Renntag“ auf der Waldrennbahn haben Marco Klein und Horst Rudolph allen Grund zur Freude / Taktische Meisterleistungen

Drei Heimsiege für Seckenheimer Lokalmatadore

Mannheim.„Das Stallglück ist zurück“, sagte der Galopptrainer Marco Klein nach dem Renntag am Freitagabend und auch sein Seckenheimer Kollege Horst Rudolph war glücklich. Mit zusammen drei Siegen und zwei zweiten Plätzen zogen die Beiden ein rundum zufriedenes Fazit nach der Abendveranstaltung auf der Waldrennbahn.

Ohne große Erwartungen hatte Besitzertrainer Rudolph seine Pferde Olkaria und Bill Ferdinand an den Start geschickt. Dabei hat der Wallach in der laufenden Saison schon fünfmal gewonnen und vor zwei Wochen wurde in Saarbrücken seine rasante Aufholjagd zum Ritt des Monats gekürt. „Doch letzte Woche ging in Baden-Baden gar nichts, er kam schweißüberströmt als Letzter ins Ziel. Ich denke, Billy braucht eine Pause“, hatte der Coach im Vorfeld gesagt. Auch seine Stute sah er „wieder im Kommen“, aber noch nicht im Vollbesitz ihrer Leistungsfähigkeit. Doch beide belehrten ihn im Ausgleich IV über 2500 Meter mit einem „völlig unerwarteten“ Doppelsieg eines Besseren. „Damit hätte ich nie gerechnet.“

Die siebenjährige, von Stefanie Koyuncu gerittene Olkaria kam sofort gut in Schwung und der fünfjährige Bill Ferdinand packte mit Miguel Lopez im Sattel sein großes Kämpferherz aus. Wie so oft rollte er das Feld von hinten auf und als er auf der Zielgeraden Stallgefährtin Olkaria überholte, ließ die sich mitziehen und sicherte sich noch Rang zwei. „Sie ist wieder da und Bill Ferdinand hat sich top erholt. Er erhält eine Pause – bis zum nächsten Rennen“, scherzte Rudolph.

Ignaz, Smentana und Exclusive Plotion bescherten unterdessen dem Stall von Marco Klein jede Menge Glücksgefühle. „Wir hatten bis jetzt 70 Prozent Platzierungen, aber nach Außen zählen eben nur Siege. Nun stimmt die Stallform wieder“, bejubelte er mit Jockey Tommaso Scardino zwei Erfolge und einen zweiten Platz.

Exclusive Plotion überrascht

Gespannt war er vor allem auf Exclusive Plotion. „In den letzten Rennen war ihm die Zielgerade wohl zu lang, denn er hat einfach mit dem Laufen aufgehört. Ich habe gehofft, dass ihm die kleinere Waldrennbahn und eine kürzere Distanz entgegenkommen“, sah sich der Trainer bestätigt, dass er den fünfjährigen Wallach im Ausgleich IV über 1400 Meter gemeldet hatte. Diesmal passte alles, Scardino überraschte die Konkurrenz mitsamt der drei Topfavoriten aus dem Hinterhalt und sorgte für eine Siegwette von 68:10 Euro.

Platz eins von Smentana über 2500 Meter war eine taktische Meisterleistung. „Sie braucht direkte Duelle. Wenn sie alleine vorne ist, will sie nicht mehr“, kennt Klein seine Stute genau und tüftelte einen Plan aus. „Sich von Spartacus Gladius ziehen lassen, sich aber auch an Mardanshah orientieren und gegen Ende an die Spitze gehen“ lautete die Vorgabe, die Scardino perfekt umsetzte. Im richtigen Moment hatte er die Führung übernommen, konnte so im Schlussbogen ganz innen reiten und Weg sparen. Das Tüpfelchen auf dem „i“ war Platz zwei von Ignaz im Ausgleich IV über 1900 m.

Auch BRV-Vorstandmitglied Stephan Buchner hatte Grund zur Freude: Erstmals erreichte sein Wallach Kashani mit Platz fünf die Geldränge. „Diesmal hat er gekämpft und durchgehalten – aber das ist auch seiner Reiterin Tamara Hofer zu verdanken.“

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