Lokalsport Mannheim

Spieler der Woche Wallstadts neuer Kapitän Mike Pfeiffer hofft auf eine solide Runde und stellt sich der zusätzlichen Verantwortung auch neben dem Platz

Ein Leitwolf von der leisen Sorte

Mannheim.Mike Pfeiffer hat mit seiner SpVgg Wallstadt in drei Jahren in der Kreisliga so ziemlich alles mitgemacht: Aufstiegs-Relegation, in der vergangenen Saison ein kurzes Bangen um den Klassenerhalt, Kantersiege und bittere Niederlagen. Nun erlebte der Abwehrchef einen durchwachsenen Auftakt mit seinem Team und übt Kritik: "Die Lage ist schwierig, das wurde schon in der Vorbereitung klar. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen, das wird noch ein paar Wochen dauern."

Zwei Siege und zwei Niederlagen sind die bisherige Ausbeute, der 4:0 Auswärtserfolg zuletzt in Gartenstadt setzte daher große Emotionen frei. "Ich habe richtig gemerkt, wie nach dem 1:0 einiger Ballast von unseren Schultern gefallen ist. Wir standen in Gartenstadt unter Druck, mussten punkten, um den Kontakt nach oben nicht direkt zu verlieren", sagt Pfeiffer. "Wir wurden in der zweiten Hälfte effektiver, das Spiel hätte auch anders ausgehen können, der VfB hatte nämlich ordentlich Druck in der Offensive."

Bollwerk mit Christopher Dell

Doch der 30-Jährige und seine Verteidigerkollegen hielten stand. Vor allem mit Neuzugang Christopher Dell vom MFC 08 Lindenhof bildet der gebürtige Mannheimer ein Duo, das auf Erfolg hoffen lässt. "Natürlich stimmen auch da die Abläufe noch nicht perfekt. Aber Christopher ist ein klasse Typ und ein sehr erfahrener Mann. Es macht Spaß, neben ihm zu spielen, weil du immer weißt, dass da noch einer neben dir steht, der dich noch retten könnte."

Seit dieser Saison ist Pfeiffer nun auch Kapitän bei den Blau-Weißen. Eine Entscheidung der Mannschaft, von der er selbst erstaunt war: "Das war schon krass. Damit hatte ich nicht gerechnet. Es zeigt aber auch, welchen Stellenwert ich mittlerweile in der Mannschaft habe und das ich noch mehr Verantwortung übernehmen muss."

Der 30-Jährige sieht sich jedoch nicht als Leitwolf, sondern hält viel von flachen Hierarchien: "Bei uns hat jeder gleichviel zu sagen. Ich bin nur ein Mosaikstein in diesem SpVgg-Konstrukt. Klar kann ich mit meiner Erfahrung helfen und die Jungs aufbauen, wenn es gerade nicht so läuft. Aber ich bin nicht der Lauteste auf dem Feld oder nehme mir dort jemanden zur Brust."

Als Jugendlicher beim MFC Phönix

Die Fußball-Karriere wurde Mike Pfeiffer quasi in die Wiege gelegt. Er wuchs gegenüber dem Vereinsgelände des MFC Phönix auf. Dort begann er auch in jungen Jahren zu kicken. Die Reise führte über die SpVgg Sandhofen nach Edingen/Neckarhausen und eben nach Wallstadt. "Natürlich mache ich mir Gedanken, ob mein Weg vielleicht irgendwann mal wieder zum MFC Phönix führt, das ist mein Heimverein. Ich will auf jeden Fall noch so lange aktiv kicken, wie meine Knochen mitmachen und es ist auch sehr gut möglich, dass ich meine Karriere hier in Wallstadt beende. Ich fühle mich sehr wohl, vom Team über Trainer bis hin zum Vorstand - hier stimmt alles", lobt Pfeiffer seinen Verein.

Schon heute trifft der Kapitän auf frühere Kollegen: Wallstadt empfängt Edingen/Neckarhausen. "Das ist ein besonderes Spiel. Es ist immer etwas anders, wenn du gegen einen deiner Ex-Vereine spielst, da willst du noch mehr gewinnen, als sonst", freut sich der 30-Jährige auf die Partie. Gegen den Letzten soll unbedingt der nächste Dreier eingefahren werden, Pfeiffer warnt aber auch: "Da kommt wieder einiges auf uns Verteidiger zu. Edingen sollte keiner unterschätzen, da spielt zum Beispiel ein Steven Kuhnhold, der schon in Heddesheim bewiesen hat, wie torgefährlich er ist."

Dennoch will der Abwehrchef den Schwung aus dem jüngsten Heimsieg mitnehmen: "Wenn wir nicht wieder unter Druck geraten wollen, sollte da nichts anbrennen. Wir könnten mit dem nächsten Sieg einen großen Schritt machen und uns erst einmal oben festsetzen."