Lokalsport Mannheim

MM-Extra-Spiel Weinheim zwingt Fortuna Heddesheim im Verbandsliga-Derby mit 3:2 in die Knie

Ein Triumph von Herz und Leidenschaft

Archivartikel

Weinheim.Die Rückkehr ins Sepp-Herberger-Stadion ist für Dirk Jörns alles andere als eine Erfolgsgeschichte. 2017 feierte er in Weinheim mit der TSG 62/09 noch die Meisterschaft in der Fußball-Verbandsliga. Im Jahr darauf kam Jörns als Trainer des VfB Gartenstadt erstmals zurück an seine alte Wirkungsstätte und kassierte eine Niederlage. Nicht besser erging es dem neuen Trainer des FV Fortuna Heddesheim am Sonntag. Reichlich angefressen reagierte Jörns, als die Weinheimer im Rahmen ihres Oktoberfests vor 300 Zuschauern einen verdienten 3:2 (2:1)-Sieg bejubelten.

„Wir waren nicht gut, und die TSG hat aus wenig viel gemacht“, meinte Jörns, um dann seinem Ärger über das Schiedsrichtergespann freien Lauf zu lassen. „Die Unparteiischen waren einfach schwach und haben der TSG zu viel durchgehen lassen“, sagte Jörns, der selbst in der Schlussphase wegen lautstarker Beschwerden von Schiedsrichter Sascha Kief die Gelbe Karte gezeigt bekam. Auch Fortuna-Spielleiter David de Vega hatte mit den Referees am Ende ein Hühnchen zu rupfen.

Fortuna hadert mit Schiedsrichter

Dabei schien das Verhalten der Heddesheimer Verantwortlichen eher von den Unzulänglichkeiten der eigenen Mannschaft ablenken zu wollen. Während die Fortuna zu keinem Zeitpunkt dem Anspruch eines Aufstiegskandidaten gerecht wurde, warfen die Weinheimer Herz und Leidenschaft in die Partie – und das fast immer im erlaubten Rahmen. Daher ging das Ergebnis in Ordnung.

„Ich will im Moment nicht viel sagen, wir spielen einfach schlecht“, rang Fortuna-Innenverteidiger Timo Gebhardt um Worte. Ausgerechnet dem Ex-Weinheimer war in der 58. Minute ein Eigentor zum vorentscheidenden 3:1 für die TSG unterlaufen. Zuvor hatte Behcet Öztürk mit einem indirekten Freistoß im Heddesheimer Strafraum nach einer allerdings sehr zweifelhaften Rückpass-Entscheidung des Schiedsrichters die Gastgeber in Führung gebracht (18.). Nach einer Riesenchance für Aiman Kurt (23.) erhöhte Georgios Goulas per Kopfball nach einer Ecke von Öztürk auf 2:0 (33.).

Die beiden Heddesheimer Gegentore resultierten jeweils aus einem Foulelfmeter. Zuerst brachte TSG-Verteidiger Luigi Crisafulli den Ex-Weinheimer Andreas Adamek zu Fall – der Gefoulte selbst verwandelte zum 2:1-Pausenstand (42.). Kurz vor Schluss, als das Spiel fast eingeschlafen war, holte Marko Smiljanic aus – und Izeddine Noura hob ab. Den Elfmeter versenkte Cihad Ilhan, mit viel Glück zum 3:2. (83.). Anschließend fiel den Fortunen – wie über weite Phasen der zweiten Halbzeit – nichts mehr ein, die TSG brachte mit ihrer stabilen Fünferkette den Vorsprung nach Hause.

„Das war ein hochverdienter Sieg“, sagte TSG-Trainer Christian Schmitt. „Wir haben kaum ein kontrolliertes Spiel der Fortuna zugelassen, die es meist nur mit langen Bällen probierte. Darauf haben wir uns nach einer taktischen Umstellung in der zweiten Halbzeit gut eingestellt.“

Zwar mussten die Weinheimer kurzfristig auf Abwehrchef und Kapitän Kristijan Vidakovic verzichten, doch dafür sprangen Lorik Bunjaku gegen seinen Ex-Club und der erstmals als Innenverteidiger aufgebotene Marko Smiljanic in die Bresche. „Wir wollten den Sieg einfach mehr, das hat man auch auf dem Platz gesehen“, freute sich Bunjaku über den Coup. Und Kai Engel lobte die Abgebrühtheit der jungen Weinheimer Mannschaft. „Das 2:1 durch den ersten Elfmeter kurz vor der Pause war zwar sehr ärgerlich, trotzdem hatten wir in der zweiten Halbzeit das Geschehen weitgehend im Griff.“ 

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