Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (94) Lasse Klopprogge hat auch Spaß am Fußball, sieht seine Zukunft aber auf der Langstrecke

Eine Schwäche für Spaghetti

Archivartikel

Mannheim.„Je länger, je besser“ ist das Motto von Lasse Klopprogge – zumindest wenn es um Laufdistanzen geht. Als der 16-Jährige 2013 erstmals beim Mannheimer Dämmermarathon am Kid’s Run über 2,1 km teilnahm, wusste der bis dahin seit seinem vierten Lebensjahr Fußball spielende Junge sofort, dass er seine wahre Leidenschaft gefunden hatte. „Ich hatte richtig Spaß“, machte er die Leichtathletik nun zu seiner Hauptsportart und war ab sofort in zwei Abteilungen seines SV Seckenheim aktiv.

„Neben dem Laufen mag ich auch Weitsprung und Speerwurf, habe ein tolles Team und sehr nette Trainer“, fühlt er sich beim SVS pudelwohl. Fußball spielt der Stürmer jetzt aber in der B-Jugend des TSV Neckarau, weil sich seine Mannschaften beim SVS und danach in Rheinau auflösten. „Aber wenn Wettkämpfe parallel stattfinden, hat die Leichtathletik sowieso Vorrang“, hat Lasse Klopprogge die Rangfolge mit seinem Neckarauer Coach abgeklärt.

Im Training deckt er beide Sportarten ab. Mittwochs steht Fußball auf dem Plan, an den vier anderen Wochentagen Leichtathletik für jeweils 90 bis 120 Minuten. Die Konstanz zahlt sich aus, zum zweiten Mal wurde er beim Dämmermarathon Vierter im Mini-Marathon über 4,2 Kilometer. Nächstes Jahr startet er noch einmal in diesem Wettbewerb, läuft aber bei anderen Wettkämpfen schon zehn Kilometer. „2021 kommt dann mein erster Halbmarathon“, sieht er seine spätere Zukunft sogar auf den klassischen 42 Kilometern.

„Ich bin ehrgeizig, kann Schmerzen überwinden, aber ich kenne meine Grenzen“, schildert er seine Stärken. Immerhin war er noch nie ernsthaft verletzt und steigerte kürzlich bei den Badischen Meisterschaften seine 3000-Meter-Bestzeit auf 9:58 min – was Gold bedeutete. Gerade gewann er mit 13 Sekunden Vorsprung seinen achten Regio-Titel. Nächstes Jahr will er die Quali zu den „Süddeutschen“ schaffen, vielleicht auch schon zu den „Deutschen“. Für die Norm muss er aber fast eine halbe Minute schneller werden. „Meine Schwächen sind die Grundschnelligkeit und die Ernährung. Ich liebe Spaghetti Carbonara, Burger und Süßigkeiten. Fisch und Obst mag ich gar nicht. Aber ich arbeite an meinem inneren Schweinhund.“

Wenn er ihn in den Griff bekommt, wartet vielleicht ja noch einmal ein „so cooles Erlebnis“ auf ihn, wie 2017 die Einladung zu einem 800-Meter-Lauf im Rahmen des internationalen Indoor-Meetings in Karlsruhe. „Ich hatte Fieber, aber ich wollte die Begegnung mit WM- und Olympiateilnehmern wie Max Hess, Tatjana Pinto oder Marie-Luise Jungfleisch auf gar keinen Fall versäumen.“

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