Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (Teil 32) Simon Ungemach hat seine prägenden Erfahrungen als Eishockey-Spieler gemacht und inzwischen seine zweite Karriere im Inline-Hockey gestartet

Erfolgreicher Umstieg von Kufen auf Rollen

Archivartikel

Mannheim.In der Hockey-Stadt Mannheim nimmt auch Simon Ungemach regelmäßig den Schläger in die Hand. Er bewegt sich aber weder auf Kufen, noch auf Kunstrasen, sondern auf Rollen. Der 19-Jährige ist leidenschaftlicher Inline-Hockeyspieler, doch seine sportliche Vergangenheit liegt auf dem Eis. Mit sechs Jahren wurde er im Rahmen eines Grundschulprojektes entdeckt, machte ein Probetraining beim MERC und blieb dort bis 2016.

„Ich war zuvor ein unglaubliches Jahr in Kanada“, erinnert sich Ungemach und wollte nach den tollen Erfahrungen, die er in einem Eishockey-Team machte, mit dem Sport aufhören. „Es herrschte ein Geist, den ich nie zuvor erlebt hatte“ – und an dem sich wohl nichts mehr messen lassen würde. Weil er nach seiner Rückkehr aber ein Angebot für die 2. Bundesliga erhielt, machte er weiter, bis ihn sein bereits zweiter Handgelenksbruch zur Aufgabe zwang. Doch seit 2014 hatte er parallel Inline-Hockey gespielt und fühlte sich beim ISC Mannheim so wohl, dass er den Schläger nicht ganz an den Nagel hängte, sondern nur die Schuhe wechselte.

„Inline-Hockey ist bei den Großen genauso schnell wie Eishockey, aber es gibt weniger Körperkontakte. Und weil der Puck leichter ist, ist die Belastung beim Schießen geringer“, sagt Ungemach, dessen Körper die Anforderungen aushält – auch wenn es außer Helm und Handschuhen keine spezielle Schutzkleidung gibt. „Die Regeln sind ähnlich. Aber das Feld ist mit 20 x 40 m etwas kleiner, ebenso die Tore“, benennt er weitere Unterschiede. „Die Ligarunde läuft von April bis Oktober, aber wir machen nur im Januar und Februar Pause. Dann ist es im Friedrichspark-Stadion zu kalt“, ist er zufrieden mit der Trainingsstätte am Schloss, die immerhin ein Dach und einen Windschutz bietet. „So etwas gibt es in Deutschland nur noch in Kassel, ansonsten spielen wir im Freien.“

In seinem Fokus steht derzeit auch ein bisschen die eigene Karriere. Im Verein – er war 2017 deutscher Meister mit der U 19 und mit den Herren I – stürmt er für beide Herrenteams, mit der Nationalmannschaft nahm er letztes Jahr als Kapitän an der U-19-WM und an den World Roller Games in Nanjing (China) teil. „Dann kontaktierte mich ein Verein aus der französischen Liga und ich spielte als erster Deutscher eine Saison unter Profibedingungen.“ 2018, in seinem ersten offiziellen Herrenjahr, strebt er nun einen Platz im WM-Team an. „Sven Reutter ist zwar mein Heim- und Bundestrainer, aber das ist kein Freibrief.“

Doch Simon Ungemach sieht über den eigenen Tellerrand hinweg. Die gute Atmosphäre im ISC und sein Verantwortungsgefühl haben ihn geprägt: Seit zwei Jahren ist er inzwischen auch Nachwuchscoach. Zuerst für die U 13, jetzt für die U 16.