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Baseball In der vergangenen Saison führte Arlen Barrera die Mannheim Tornados als Interimscoach wieder nach oben / Ob er Chef bleibt, ist aber noch offen

Erfolgstrainer wartet auf offizielle Beförderung

Archivartikel

MANNHEIM.In der abgelaufenen Baseball-Bundesliga-Saison verpassten die Mannheim Tornados knapp die Play-offs. Dass es nicht noch schlimmer kam, daran hatte Arlen Barrera einen ganz großen Anteil. Der Kubaner, der Ende der 90er Jahre nach Mannheim kam und mittlerweile in Ilvesheim wohnt, übernahm die Mannschaft der Wirbelwinde während der Saison. Mit Erfolg: Unter seiner Führung gewannen die Tornados 18 ihrer letzten 22 Spiele.

„Ich denke, ich habe einen guten Job gemacht und würde deshalb auch gerne hier weitermachen“, sagt Barrera. Allerdings hat sich der Tornados-Vorstand noch nicht offiziell geäußert, ob der 47-Jährige in der nächsten Spielzeit die Rolle des Chefcoach ausfüllen wird. Auf Anfrage dieser Zeitung sagte Präsident Peter Engelhardt: „Wir haben noch keine Entscheidung gefällt. Ich und Raouf El-Ayoubi, der mit mir die organisatorischen Geschäfte rund um die Baseball-Bundesligamannschaft führt, sind noch in Gesprächen. Arlen soll ein Teil des Trainerstabs bleiben, doch in welcher Funktion, das ist noch nicht geklärt.“

Station auf Lanzarote

„Mir wurde gesagt, dass der Club weiter mir plant. In was für einer Funktion sei aber noch nicht klar“, erklärt Barrera und betont: „Das ist in Ordnung für mich, solange ich die strategischen Entscheidungen auf dem Spielfeld treffe.“ Zu Beginn der abgelaufenen Saison war Barrera Assistenzcoach des aus den USA geholten Cheftrainers David Daniels. Barrera stand von Ende der 90er bis 2002 als Schlagmann im Bundesligakader der Tornados. „Ich habe nach meiner Zeit bei den Tornados lange in Spanien auf Lanzarote Baseball gespielt. Seit einigen Jahren lebe ich wieder in Mannheim. Nach meiner Rückkehr habe ich Jugendmannschaften bei den Tornados gecoacht. In der letzten Saison war ich dann beim Bundesliga-Team Assistenzcoach“, sagt er.

Als sich die Tornados nach 18 Spielen von Daniels trennten, habe der Vorstand angefragt, ob Barrera sich vorstellen könne, als Coach auszuhelfen. „Im Baseball gibt es mehrere Trainer, Spieler aus dem Team übernahmen Rollen, ich stand nach der Trennung von Daniels am dritten Base und war für die Strategie zuständig. In Deutschland macht das der Chefcoach“, sagt der Kubaner.

9:9 lautete die Bilanz der Mannheimer Baseballer zum Zeitpunkt der Trennung von Daniels. Danach lief es richtig gut. „Daniels hat die Spieler immer unter Druck gesetzt, das ist nicht gut gegangen. Es gab zu viel Stress. Als ich übernahm, habe ich den Jungs gesagt: Geht ganz ruhig an die Sache, hier habt ihr keinen Druck.“ Unter Barrera gewannen die Tornados plötzlich sieben von acht Spielen und standen kurz vor der Play-off-Teilnahme. „Dann haben wir zweimal unglücklich gegen Mainz mit einem Punkt Differenz verloren. Leider“, so der Coach. Danach mussten die Tornados in die Play-downs. Dort dominierten die Mannheimer aber die Konkurrenz mit 11:1-Siegen.

Auch wenn die Tornados-Führung offiziell noch kein Grünes Licht für Barerra als Chefcoach gegeben hat, plant der Kubaner schon für die nächste Saison. „Mit Gian Franco Rizzo hat ein wichtiger Leistungsträger schon fest zugesagt. Wenn wir die wichtigsten Spieler halten können und uns noch gezielt verstärken, dann können wir vorne mitspielen. Und ich will auch um den Titel spielen. Ich denke, wir könnten ins Finale einziehen“, betont Barrera.