Lokalsport Mannheim

Judo Bronze für Marc Milano und Oliver Upmann bei den IDM

Erste Schritte auf dem Weg nach Tokio

Archivartikel

Heidelberg.Tokio ließ grüßen. Bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) der sehgeschädigten Judoka in Heidelberg gab es zwar noch keine Qualifikationspunkte für die Paralympics 2020, doch war das vom 1. Mannheimer Judoclub ausgerichtete Traditionsturnier in der Olympiastützpunkt-Halle für 15 Nationen ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg nach Japan. Dort findet im Juli zudem die WM statt, weshalb auch einige Japaner anreisten und eifrig alles filmten, was sie auf der Matte sahen.

Mit ihren Bronzemedaillen waren die Lokalmatadore Oliver Upmann (-100 kg) und Marc Milano (-90 kg) vom 1. MJC schon sehr zufrieden. „Ich war nach der WM 2018 Jahr, als ich früh rausflog, gefrustet, hatte dann eine Operation am Ellbogen, konnte erst im Januar wieder mit Kraftaufbau beginnen und bin erst seit Anfang März voll im Training“, schilderte Milano eine schwierige Phase. Doch beim IDM stellte er sich schon wieder in Topform vor.

Paralympics haben Vorrang

„Zu meiner eigenen Überraschung habe ich gleich im ersten Kampf den Weltranglistenersten und Olympiazweiten Oleksandr Nazarenko (Ukraine) besiegt“, sagte der 26-jährige Lehramtsstudent, der seine Ausbildung ganz in den Dienst der Paralympics stellt und sein Studium streckt. Den zweiten Kampf verlor er gegen einen Franzosen, doch dann machte er gegen seinen Nationalteam-Kollegen Daniel Goral den Treppchenplatz perfekt.

Das Turnier ist auch für Oliver Upmann aufgegangen, denn der 30-Jährige sah den Start „als reine Bestandsaufnahme nach einer langen Winterpause.“ Außer der Bronze-Medaille gewann er in der Klasse bis 100 kg auch die Erkenntnis woran er im dreiwöchigen Trainingslager in Japan und der Mongolei noch arbeiten muss, um dann beim Weltcup in Baku Ende April, bei der WM in Japan und der EM in Genua (beides im Juli) die nächsten Schritte zu seinen dritten Paralympics zu gehen.

„Meine Kraftwerte stimmen, jetzt muss ich auf Dynamik umstellen“, analysierte er. „Ich gehe gestärkt aus dem Turnier und weiß, dass ich wieder vorne mitspielen kann“, sagte der WM-Siebte. Im ersten Kampf gegen einen Spanier tat er sich zwar schwer, aber in der Trostrunde profitierte er gegen einen Franzosen und einen Ukrainer von all seiner Routine und taktischen Erfahrung. Ohne Medaille blieb Sebastian Junk. „Für mich war das Ganze ein Spaß, ich wollte einfach mal schauen, was geht“, kommentierte der 35-jährige Junk seinen Auftritt.

„Ich habe viele starke Nationen gesehen, das war ein sehr hohes Niveau“, freute sich Bundes- und MJC-Trainerin Carmen Bruckmann nicht nur über die Rekordzahl von 120 Teilnehmern, sondern auch über deren Qualität.