Lokalsport Mannheim

Interview der Woche Gartenstadts Trainer Dirk Jörns ordnet den perfekten Saisonstart des VfB ein und bleibt bescheiden

„Es ist noch Luft nach oben“

Mannheim.Sechs Spieltage sind in der Fußball-Verbandsliga absolviert und der VfB Gartenstadt führt die Tabelle an. Eine Überraschung, denn eigentlich waren vor der Runde der VfR Mannheim, Fortuna Heddesheim, 1. FC Bruchsal und auch die beiden Oberliga-Absteiger SV Sandhausen II und FC Astoria Walldorf die Favoriten. Träumt man im Mannheimer Norden etwa schon von der Oberliga? Coach Dirk Jörns tritt im Interview mit dieser Zeitung auf die Euphoriebremse.

Herr Jörns, ihr Team hat bisher alle sechs Siele gewonnen, zuletzt hat der VfB beim bis dato ebenfalls noch verlustpunktfreien SV Sandhausen II gewonnen. Was ist da los im Mannheimer Norden?

Dirk Jörns: Die Mannschaft hat in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet. Die Spieler haben Spaß am Fußball und wollen sich immer weiter verbessern. Insgesamt haben wir ein wirklich gutes Team mit starken Einzelspielern. Die Mentalität in der Mannschaft stimmt. Ich kann nach sechs Siegen in Folge sicher nicht sagen, dass ich unzufrieden wäre.

Vor der Saison hätten die meisten nach sechs Spieltagen den VfR Mannheim, Fortuna Heddesheim oder den SV Sandhausen II eher an der Tabellenspitze gesehen. Aber nun ist Gartenstadt vorne…

Jörns: Klar, wir haben am letzten Samstag mit Sandhausen II einen stärkeren Gegner geschlagen. Nach sechs Spieltagen ist es allerdings noch viel zu früh zu sagen, wer am Schluss oben mitspielen wird. Ich denke, dass sich der VfR Mannheim und auch Fortuna Heddesheim im Laufe der Saison wieder oben finden werden. Die Liga ist sehr stark. Bruchsal, Mutschelbach und Kirrlach sind auch noch Teams, die für gute Platzierungen in Frage kommen. Wir haben auf jeden Fall jede Menge gute Mannschaften und jede Menge gute Trainer. Ich denke, da wird sich noch einiges tun.

Gehört ihre Mannschaft nun auch zu den Titelfavoriten?

Jörns: Wir wollen erst einmal einen Schritt nach dem anderen gehen. Wir haben bislang sehr gute Ergebnisse gehabt, aber es steckt auch noch viel Potenzial in der Mannschaft. Beim 2:0 in Sandhausen haben wir die ersten 25 Minuten sehr, sehr gut gespielt. Aber wir hatten dann aber auch schlechte 25 Minuten. Es ist noch Luft nach oben.

Auch wenn es noch zu früh ist: Wäre die Oberliga beim VfB denn überhaupt realistisch?

Jörns: Darüber denke ich zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt nicht nach. Wenn ich über die Oberliga jetzt sprechen würde, würde ich ja als abgehoben gelten.

Mit der TSG Weinheim haben sie die Verbandsligameisterschaft 2017 schon gewonnen. Dann wollten Sie eine Saison Pause machen. Im Herbst des vergangenen Jahres haben Sie dann doch in Gartenstadt angeheuert. Wie kam das?

Jörns: Die Anfrage kam schnell, ich hatte viele gute Gespräche mit den Offiziellen. Es gefiel mir, was ich hörte und was ich sah. Und mittlerweile fühle ich mich hier wohl. Der VfB ist sein sehr familiärer Verein mit vielen engagierten Leuten. In Weinheim haben wir kontinuierlich am Aufstieg gearbeitet, zuerst Platz fünf, zwei, dann eins. Wenn man das vergleicht, läuft die Entwicklung hier viel schneller, aber klar ist, es werden noch komplizierte Spiele kommen und es kann noch viel passieren.

Am kommenden Sonntag empfängt der VfB den TuS Bilfingen…

Jörns: Das ist eine Mannschaft, die sich in der Verbandsliga mittlerweile etabliert hat. Sie haben mit Oguzhan Celebi einen guten Stürmer. Dennoch wollen wir so einen Gegner zu Hause auch bespielen. Personell sieht es ja wieder besser aus. Tim Krohne, Markus Urban und Nils Makan kommen zurück.