Lokalsport Mannheim

Handball Ludwigshafen startet in die Bundesliga-Vorbereitung / Vier Neuzugänge sollen helfen, den Klassenerhalt zu schaffen

Eulen planen dritten Coup

MANNHEIM.Das Wunder „Bundesligaverbleib 2.0“ haben die Eulen Ludwigshafen vor fast genau einem Monat vollbracht. Nun schickt sich das Pfälzer Handball-Aushängeschild an, den dritten Coup zu schaffen. Am Mittwochmorgen startete das Team von Coach Benjamin Matschke mit der Vorbereitung auf die kommende Saison. Zunächst stand ein Laktattest an. Vorher stellten der Trainer und Geschäftsführerin Lisa Heßler aber noch die vier Neuzugänge im Team vor.

Matschke wirkte kurz vor 9 Uhr mächtig gut gelaunt, als er das Existenzgründerzentrum „Freischwimmer“ im ehemaligen Hallenbad Nord betrat. „Die Pause war mit vier Wochen schon recht kurz“, sagte der 36-Jährige. Richtig verarbeiten konnte der Coach das, was da Anfang Juni passierte, sicher noch nicht. Vor einem Monat gelang dem Trainer mit seiner Mannschaft am letzten Spieltag nämlich das eigentlich Unmögliche. Die Ludwigshafener schlugen in der heimischen Friedrich-Ebert-Halle GWD Minden mit 31:30 und profitierten zugleich vom Remis der beiden direkten Konkurrenten SG BBM Bietigheim und VfL Gummersbach (25:25). Quasi in der letzten Sekunde sprangen die Eulen somit auf den Nichtabstiegsplatz. Die beiden Kontrahenten mussten dagegen runter in die Zweite Liga. „Solche Erlebnisse sind wunderbar“, betonte Matschke und machte klar: „Auch wenn die letzte Runde erst vier Wochen her ist. Ich habe wieder richtig Lust darauf, die Mannschaft zum dritten Ligaverbleib zu führen. Für uns ist der Klassenerhalt wie eine Meisterschaft. Deshalb: Ich will gerne wieder die Großen ärgern, wie zum Beispiel in der letzten Saison die Rhein-Neckar Löwen. Ich habe darauf Bock.“

Jüngstes Torhüter-Duo

Mit vier Spielern haben sich die Eulen verstärkt. Alle sind jung, zwei haben aber schon reichlich Erfahrung, zwei gelten als Handballer der Zukunft. Da wäre zum Beispiel Torhüter Martin Tomovski. Der 21-Jährige kommt vom mazedonischen Spitzenklub Metalurg Skopje, verfügt schon über Champions-League-Erfahrung und ist Nationalspieler. Mit Tomovski und dem 23 Jahre alten Stefan Hanemann gehen die Eulen mit dem jüngsten Keeperduo der Liga in die Saison. „Ich finde es hier sehr angenehm“, erklärte Tomovski auf Englisch.

Mit Dominik Mappes holten die Eulen einen bundesligaerfahrenen Spieler, der den nach Wetzlar abgewanderten Spielmacher Alexander Feld ersetzen soll. „Dass dieser Transfer Zustande kam, lag an der Hartnäckigkeit von Lisa Heßler. Ich bin wirklich überglücklich, dass Dominik jetzt bei uns ist“, so Matschke. Mappes, der in der vergangenen Saison beim Ligakonkurrenten HC Erlangen spielte und davor mit dem TV Hüttenberg ein ständiger Gegner der Eulen war, soll mit seinen 24-Jahren Führungsaufgaben im Team übernehmen.

„Ludwigshafen war immer ganz fies“, erinnerte sich Mappes und machte klar: „Benjamin Matschke hat mich von der Philosophie hier gleich überzeugt.“ Weiter sicherten sich die Eulen die Dienste von Jannek Klein (20 Jahre), der vom FC Barcelona nach Ludwigshafen wechselte und Max Neuhaus (19 Jahre) aus der Talentschmiede des SC Magdeburg, die beide allerdings in Kürze bei der U-21-Weltmeisterschaft (16. bis 28. Juli) in Spanien mit Deutschland im Einsatz sind. „Jannek war ein absoluter Wunschspieler von mir, er ist Linkshänder, solche Jungs sind heiß begehrt. Wir haben die Entwicklung von ihm schon in Flensburg verfolgt. Handewitt, Barcelona und jetzt Ludwigshafen – das ist der richtige Weg“, schmunzelte Matschke.

Neuhaus verriet unterdessen, dass er sich das spannende Finale um den Ligaverbleib live zu Hause vor dem Fernsehen angeschaut hat. Er hatte ja zuvor schon bei den Eulen unterschrieben. „Dass ich nun plötzlich in der stärksten Liga der Welt spielen darf, ist für mich eine super Sache.“ Matschke machte klar: „Ich hoffe, beide kommen gesund aus Spanien zurück.“

Lisa Heßler betonte: „Alle vier Spieler passen in unsere Philosophie, wir sind wieder die jüngste Mannschaft der Liga – aber unsere Mannschaft zeichnet sich durch diese tolle Mentalität aus. Und deshalb sind Jannek Klein, Dominik Mappes, Max Neuhaus und Martin Tomovski hier total richtig.“ Coach Matschke strahlte derweil neben ihr wie ein Honigkuchenpferd.