Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (81) Nicolas Pawelka spielt Minigolf in der 2. Bundesliga und mag an der Kunst mit den kleinen Bällen vor allem die physikalische Komponente

Familien-Duell weckt die große Leidenschaft

Schriesheim.Aus einem kleinen familiären Wettstreit auf der Minigolf-Anlage entwickelte sich im Hause Pawelka eine große Leidenschaft zu einem Spiel, das viele nur als Urlaubszeitvertreib in Hotelanlagen kennen. „Ich war sieben Jahre alt und bin mit meinem Vater zum Minigolf gegangen – und ab da entstand mein Ehrgeiz, irgendwann besser zu sein als er“, berichtet Nicolas Pawelka, Schüler des Kurpfalz-Gymnasiums in Schriesheim und aktiver Spieler der Zweitliga-Mannschaft des Minitaturgolf Sportclub (MC) Schriesheim. „Die Begeisterung für den Sport wurde immer größer und ich habe mich hier im Verein auch immer wohler gefühlt.“

Schon im Alter von 14 Jahren wurde er vom Verein für Erwachsenen-Turniere gemeldet. „Ich wurde ins kalte Wasser geworfen und wurde Letzter bei den Einzelspielern. Das hat mich aber nicht entmutigt, im Gegenteil“, berichtet Pawelka von einem steigenden Ehrgeiz. Doch was hat letztlich den Reiz ausgemacht, nicht das eher populäre Großgolf zu bestreiten, als vielmehr das weitgehend abseits der Öffentlichkeit stattfindende Minigolf auszuwählen? „Mich fasziniert die Präzision und die physikalische Beschaffenheit dieses Spiels. Hierzu zählt auch die Konzentration in den Momenten vor dem Schlag und auch das Glücksgefühl danach“, berichtet der Schüler. Mit 14 Jahren rückte Pawelka erstmals in den Kader der Schriesheimer Ligamannschaft, ein Jahr später war er schon ständiges Mitglied. Auch derzeit befindet sich das Team in der 2. Bundesliga, ein Level, das insbesondere für diese Randsportart viel Zeit fordert.

„Wir bereiten uns auf die Spieltage meist schon zwei Wochen vorher vor, um beim Gastgeber die Bahnen und Gegebenheiten kennenzulernen“, berichtet Pawelka von Wochenendreisen, die teilweise hohe Fahrt- und Hotelkosten verschlingen. So vereinnahmt das Arsenal an Schlägern und Bällen – „ich habe zu Hause etwa 100 bis 200 Bälle im Schrank“, so Pawelka – meist mehr Gepäck als die Übernachtungsklamotten. Zwei Faktoren bestimmen Erfolg und Misserfolg einer Bundesliga-Runde. „Das Wetter spielt eine große Rolle. Die Sonne verändert die Eigenschaften des Balles und einer Bahn, und Regen macht das Spiel unmöglich“, erklärt Pawelka.

Ein weiterer Faktor in der Vorbereitung auf einen Spieltag ist die Bodenbeschaffenheit. Für den Minigolf-Parcours gibt es verschiedene Bodenbeläge, in Schriesheim befindet sich einer der wenigen Filzböden, was auch Pawelkas Favorit ist. Und im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten erkennt Pawelka für das Minigolf einen klaren Vorteil: „Man muss nicht nach dem schnellen Erfolg streben, denn Minigolf kann man bis ins hohe Alter spielen – unser ältestes Mitglied ist 93.“