Lokalsport Mannheim

Leichtathletik Lokalmatadore der MTG kommen immer besser in Schwung

Felix Kunstein darf nach Baku

Archivartikel

Mannheim.Die Lokalmatadore der MTG haben bei den in die Juniorengala integrierten Wettkämpfen der Aktiven und der U 18 ein gutes Bild abgegeben. Die Sprint-Asse kommen immer besser in Schwung, sein Meisterstück legte der 16-jährige Felix Kunstein ab. Er wird den DLV und seinen Verein bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen (EYOF) in Baku vertreten. Wie er vor eigenem Publikum auftrat und auch einige schwierige Situationen meistterte, bezeichnete Bundestrainer Dietmar Chounard als „sensationell. Ihn kann jetzt so leicht nichts mehr aus der Bahn werfen.“

Schon die ganze Saison über war der Schützling von Trainer Georg Thomé in der U 18 der Schnellste auf den 100 Metern, doch das einzige Ticket für das European Olympic Festival musste er sich dennoch erkämpfen. Er profitierte in besonderem Maße vom Stresstest, dem die DLV-Verantwortlichen ihren Nachwuchs seit einigen Jahren in Mannheim ganz bewusst unterziehen. Denn im Gegensatz zu den U-20-Kollegen, die im Vorlauf und Finale immerhin zwei Chancen hatten, eine Top-Leistung abzuliefern, musste Kunstein alles in einen einzigen Lauf legen.

Die erste Hürde war der Start, denn dreimal rutschte bei der Vorbereitung der Startblock durch die Wucht seines Abdrucks weg. Doch seine Nerven hielten besser, als die seiner vielen, mitfiebernden Fans. Er ließ sich beim Start auch von einem kleinen Wackler nicht beirren, führte schnell und lief in 10,61 sec sogar neuen Rekord. „Es war schlimm“, gestand er, „aber das war eine tolle Vorbereitung für Baku.“ Ein paar Stunden später war die Anspannung dann vergessen, überglücklich sortierte er die Tasche mit der offiziellen Ausrüstung der Nationalmannschaft, die er noch am Samstagabend erhalten hatte.

Auch die etablierten Sprint-Asse steigern sich kontinuierlich. Patrick Domogala unterzog sich mit zwei Starts innerhalb einer Stunde ebenfalls einem Härtetest. In den beiden 100-Meter-Rennen steigerte er sich von 10,38 auf 10,32 sec, auf die doppelte Distanz verzichtete er, weil die Wade zwickte. „Wir hatten zwar etwas mehr erhofft, aber wir sind auf einem guten Weg“, kommentierte sein MTG-Trainer Michael Manke-Reimers.

Pech mit Gegenwind

Auch bei seinem Schützling Jessica-Bianca Wessolly läuft alles in den richtigen Bahnen. „Wir brauchen noch zwei Wochen“, gibt er der deutschen Meisterin über 200 Meter noch etwas Zeit. Immerhin stellte sie auf den 100 Metern ihre Bestzeit ein (11,36 sec). Auf ihrer Spezialstrecke 200 m war sie zwar die klar Schnellste, aber die Zeit von 23,15 sec behagte ihr nicht ganz. „Wir hatten in unserem Lauf leider ziemlichen Gegenwind, die letzten 50 Meter waren richtig schwer.“ Pech, denn im zweiten Lauf herrschte Rückenwind. „Da wäre sie eine 22,95 gelaufen“, ist Manke-Reimers überzeugt. Lisa Nippgen führte am Vormittag die DLV-Frauenstaffel über 4x100 m als Schlussläuferin zum Sieg (43,28), am Nachmittag wurde sie in 11,41 sec Vierte hinter Wessolly (3.).

Auch wenn sie dreimal recht knapp an 4,36 m scheiterte, zeigte Stabhochspringerin Jacqueline Otchere nach verletzungsbedingtem schwierigen Saisoneinstieg, dass wieder mit ihr zu rechnen ist. Die deutsche Meisterin gewann mit Saisonbestleistung 4,26 m, größere Höhen hat sie auf jeden Fall drin. sd

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