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Baseball Mit dem Einzug in die Play-offs machen die Tornados einen Schritt nach vorn, die Serie gegen Solingen sorgt aber für Frust

Gemischte Gefühle

Mannheim.Das war mehr als bitter: Die Mannheim Tornados standen am Sonntagabend kurz vor dem Einzug ins Halbfinale der Baseball-Bundesliga. Zwei Schlagmänner der Solingen Alligators hätte Miguel Salud, der Closer der Wirbelwinde, noch ausmachen müssen. Die Tornados führten im neunten Inning mit 10:7. Was sollte da noch schief gehen? Am Ende ging so einiges daneben, was für Frust im Mannheimer Lager sorgte. „Wir hatten den Fuß schon in der Tür, aber dann waren es eben Kleinigkeiten, die uns den Sieg gekostet haben. Wir machen einen Fehler – und schon schlägt Solingen zu. Das ist alles sehr schade, denn wir waren ganz nahe dran“, kommentierte Trainer Sascha Lutz das vorzeitige Saisonende der Wirbelwinde am Tag danach und verwies auf die entscheidenden Szenen.

So feuerte der Solinger Schlagmann Gerwuins Velazco einen Wurf von Salud für drei Punkte über die Spielfeldbegrenzung zum 10:10-Ausgleich. „Dieser Homerun war schon der Knackpunkt“, resümierte Lutz. Die Tornados konnten danach nicht mehr zulegen. Letztlich gelangte nach zuvor zwei schnellen Outs in der unteren Hälfte des zehnten Spielabschnitts Alligators-Spieler Linus Hartmann auf das zweite Base. Lars Szameitpreuß brachte ihn mit einem Single zum 11:10-Sieg des Nordmeisters nach Hause. Während die Solinger den 3:2-Sieg in der Best-of-five-Serie feierten, standen die Tornados da wie begossene Pudel.

„Unter unseren Möglichkeiten“

Auch wenn das Saison-Aus nun schon im Viertelfinale kam, zeigte sich Lutz mit dem gesamten Saisonverlauf dennoch zufrieden. „In den vergangenen Jahren sind die Tornados immer an der Qualifikation zu den Play-offs gescheitert. Deshalb ist der Einzug in die Runde der letzten Acht durchaus ein Erfolg. Aber: Wir sind ganz klar unter unseren Möglichkeiten geblieben“, befand der Mannheimer Spielertrainer. Lutz erklärte weiter, dass er es als „absolut positive Sache“ mit in die Pause nehme, dass sich die im Frühjahr neu zusammengestellte Mannschaft so schnell gefunden habe. „Die Atmosphäre war die ganze Saison einzigartig.“

Die Tornados schlossen die reguläre Spielzeit mit 17 Siegen und elf Niederlagen ab. Das reichte allerdings nur zu Platz vier in der Bundesliga Süd. Somit mussten die Mannheimer bereits im Viertelfinale gegen den Nord-Meister Solingen ran. „Wir haben trotz der Niederlagen in der Schlussphase der regulären Saison, die uns eine bessere Platzierung gekostet haben, eigentlich gute Spiele gemacht“, sagte Lutz. „Aber klar: Für die nächste Saison muss sich einiges ändern. In dieser Konstellation werden wir dann sicher nicht mehr zusammen sein.“

Viele Fragezeichen im Kader

Ob Lutz selbst weiter die Tornados-Bundesligamannschaft coachen wird, ist derzeit noch offen. „Wir müssen im Verein erst einmal noch Gespräche führen. Noch ist nichts geklärt“, sagte der 35-Jährige, der erst im Oktober 2018 vom Deutschen Rekordmeister verpflichtet wurde und durchaus Bereitschaft signalisiert, sein Engagement in Mannheim zu verlängern: „Ich würde gerne weitermachen.“ In dieser Saison absolvierte Lutz sein 500. Bundesligaspiel und hat noch Ehrgeiz: „Eine Saison will ich noch aktiv Baseball spielen, dann ist mit meiner Spielerkarriere Schluss.“

Wie es mit den Spielern des aktuellen Tornados-Kaders weitergeht, muss ebenfalls noch geklärt werden. Fragezeichen stehen vor allem hinter der Zukunft der Schlagmänner Thomas de Wolf, David Kandillas und der Pitcher Mitch Hillert, Gian Franco Rizzo sowie Sam Holland.