Lokalsport Mannheim

Fußball Waldhof-Gegner Dreieich ist gerne Außenseiter

Große Namen nur im Hintergrund

DREIEICH.Im vergangenen Sommer wurde der SC Hessen Dreieich noch müde belächelt: Ein Club, der erst 2013 aus einem Zusammenschluss von sieben ortsansässigen Fußballabteilungen entstanden war, dazu ein niedlicher Sportpark, der – eingerahmt von Kleingärtner- und Geflügelzuchtverein – quasi auf den letzten Drücker mit dem Anpfiff in die Saison regionalligatauglich fertiggestellt wurde, sowie eine Mannschaft aus Feierabend-Fußballern, die ohne große Namen auskam. Lediglich die Männer im Hintergrund kannten den großen Fußball.

So übernahm etwa Rudi Bommer (Bild) den heutigen Gegner des SV Waldhof im Januar 2016 in der Hessenliga auf einem Abstiegsplatz und führte sie zunächst zum Klassenerhalt und dann zweimal zur Meisterschaft. Co-Trainer ist mit dem neunfachen Nationalspieler Ralf Weber eine Ikone von Eintracht Frankfurt, ebenso wie Vizepräsident Charly Körbel oder die Jugendtrainer Ervin Skela (U17) und Norbert Nachtweih (U12).

Geographisch im Zentrum eines Dreiecks aus Profivereinen gelegen, ging es für den aufstrebenden Club darum, eine Nische zu finden. In der Regionalliga musste der Aufsteiger Lehrgeld zahlen. Ihn aber nur am Tabellenplatz zu messen, wäre fatal. Mit den bundesligaerfahrenen Kevin Pezzoni und Constant Djakpa sowie Nico Seegert und Kai Hesse wurde im Verlauf der Hinrunde mit einem gehörigen Paket Routine nachgerüstet.

Inzwischen haben die Hessen bereits einigen Liga-Schwergewichten schallende Ohrfeigen verpasst. Der FC Homburg (1:0), der 1. FC Saarbrücken (1:1) und der SSV Ulm 1846 (2:2) ließen bereits Punkte in Dreieich, zudem lieferte der SC dem Waldhof insbesondere in der Vorwoche mit dem 1:0-Sieg in Steinbach Schützenhilfe. „Jetzt haben wir im letzten Spiel wieder einen starken Gegner vor der Brust. Wir werden gegen Mannheim bis zum letzten Atemzug kämpfen und was holen“, sprudelte Bommer nach dem Erfolg in Steinbach voller Selbstvertrauen.

Wo das „Projekt Dreieich“ noch hinführen soll, muss sich noch zeigen. Mäzen Hans Nolde vermittelt jedoch nicht den Eindruck, in einer Hauruck-Aktion in den Profifußball stürmen zu wollen. Derzeit fühlt sich die SG wohl in der Rolle, als Außenseiter die Großen zu ärgern – das soll heute ab 14 Uhr auch der Waldhof zu spüren bekommen. wy (bild: dpa)