Lokalsport Mannheim

Tennis Auch der Mannheimer Bundesligist muss beim 3:3 gegen den TC Weinheim die Spielstärke des Aufsteigers anerkennen / Wende in den Doppeln

Grün-Weiss rettet sich zum Remis

Mannheim.Aufsteiger TC Weinheim bleibt in der Tennis-Bundesliga die Überraschungsmannschaft: Auch der TK Grün-Weiss Mannheim hatte gestern mit den stark aufspielenden Bergsträßern alle Hände voll zu tun. Im mit Spannung erwarteten Derby gegen die Weinheimer sicherten sich diese mit einem 3:3-Remis den inzwischen schon vierten Punkt im Oberhaus und Rang drei. Mannheim steht weiterhin ungeschlagen direkt dahinter auf Platz vier.

Schon in den beiden ersten Einzeln zeigte sich deutlich, was GW-Teamchef Gerald Marzenell nach den ersten beiden Spielen des Neulings beobachtet hatte: "Weinheim war unglaublich gut." Gestern kam der TC nun mit einer konkurrenzfähigen Truppe ans Neckarplatt und tat alles, um seinen Lauf fortzusetzen. Unter anderem bekam das Mannheims Radu Albot zu spüren. Der Moldawier unterlag in einem ganz engen Match Luca Vanni im Match-Tiebreak. Damit hatte sich Weinheim den ersten Punkt gesichert. "Diesen Zähler wollten eigentlich wir holen", brachte das Marzenells Planung etwas durcheinander.

Auf dem Nebenplatz ging es nicht weniger heiß her. Mannheims sicherste "Bank", der seit der vergangenen Saison ungeschlagene Andreas Beck, hatte es mit Frank Wintermantel zu tun - und nach einem starken 6:1 im ersten Satz wurde es noch einmal spannend. Auch weil der zuletzt noch angeschlagene Wintermantel seinem Kontrahenten alles abverlangte. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so weitergeht - freue mich aber", pustete Beck nach seinem Sieg dann kräftig durch. "Ich gebe alles für den Verein und bin froh, dass ich unserer Stadt etwas zurückgeben kann", lächelte er.

Vorteil Weinheim nach den Einzeln

Wintermantel hatte trotz seiner Niederlage ebenfalls Grund zur Freude: "Wir sind sehr gut gestartet, wenn wir heute etwas mitnehmen, wäre das sensationell", meinte der TC-Akteur nach seinem Auftritt - und am Ende hatte es Weinheim tatsächlich geschafft. "Die drei Punkte vor diesem Spieltag hätten schon reichen können", rechnete er vor: "Mit vier Zählern bleiben wir jetzt wohl sehr sicher drin." Die Grundlage für diesen vierten Punkt im dritten Bundesliga-Spiel hatten John Millman und Yannick Hanfmann in den Einzeln gelegt. Sie sorgten mit ihren Siegen dafür, dass der TC letztendlich einen Punkt sicherstellte und dass Grün-Weiss vor den Doppeln mit dem Rücken zur Wand stand. Nach dem 1:3 mussten nämlich zwingend beide Partien gewonnen werden, um im Derby auf der eigenen Anlage nicht leer auszugehen. "Da war Weinheim richtig im Vorteil", wusste auch Marzenell: "Wir standen enorm unter Druck."

Für Gerald Melzer, der im Einzel Hanfmann mit 0:2 unterlegen war, bot sich die Chance zur Revanche. An der Seite von Andreas Beck forderte er seinen Bezwinger heraus, der mit John Millman antrat. Und es kam, wie es immer kommt, wenn Beck im Trikot des TK Grün-Weiss aufschlägt: Der Punkt ging nach dem 2:1 an die Mannheimer.

Ebenso spannend wie der Match-Tiebreak dieses Duells war das gesamte zweite Doppel. Daniel Brands und Robin Kern lieferten sich mit den Weinheimern Luca Vanni und Moritz Baumann ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen, beide Sätze gingen in den Tiebreak. Hier triumphierte aber jeweils das Duo Brands/Kern - der Punktgewinn für Grün-Weiss war damit sicher. Doch nicht nur das freute Marzenell. "Es war eines der schönsten Spiele der vergangenen Jahre, was die Stimmung angeht", so der GW-Teamchef. "Die Zuschauer sind bei jedem Ball richtig mitgegangen."