Lokalsport Mannheim

Hockey TSVMH-Torhüter hat großen Anteil daran, dass die deutsche U-21-Nationalmannschaft erstmals nach 1998 EM-Gold gewinnt

„Hexer“ Stadler bannt den Titelfluch

Archivartikel

Mannheim.Geduld ist eine Tugend: Den Titel bei der U-21-EM im spanischen Valencia hatten Deutschlands Hockey-Junioren nach dem 5:3 im Finale gegen England in der Tasche. Auf ihre Medaillen und den Pokal mussten sie aber fast noch eine Viertelstunde warten, da sich die Siegerehrung hinzog. „Ich hätte es auch gerne schneller gehabt, aber die Hauptsache ist ja, dass wir den Titel holen konnten“, ist die Freude bei Alexander Stadler vom TSV Mannheim Hockey immer noch spürbar.

Bereits vor dem Empfang der Goldplaketten gab es für die DHB-Jungs Grund zum Jubeln: Sie beglückwünschten die DHB-Juniorinnen zum Gewinn der Bronzemedaille und freuten sich mit Raphael Hartkopf (8 Treffer), der als bester Torschütze des Turniers ausgezeichnet wurde. „Nachdem Raphael geehrt wurde, hatte ich höchstens daran gedacht, dass wir vielleicht auch den besten Spieler des Turniers stellen. Dass ich dann an die Reihe kam – damit hatte ich nicht gerechnet“, betont Stadler, der bester Torhüter der EM: „Über so eine Auszeichnung freut man sich natürlich, obwohl ich sagen muss, dass ich zum Teil gar nicht so viel zu tun hatte, weil meine Vorderleute so gut gearbeitet haben“, gibt sich Stadler bescheiden.

Mit ihrem Finalsieg beendeten die Junioren einen seit dem letzten Titelgewinn im Jahr 1998 auf ihnen lastenden EM-Fluch. Bei den nachfolgenden neun Turnieren reichte es nur fünfmal für Platz zwei und viermal für Rang drei. Beim Gewinn der letzten Bronzemedaille war Stadler schon mit dabei, diese gab es bei der U-21-EM vor zwei Jahren. „Das fühlte sich damals schon etwas komisch an, weil die Spanier wegen eines Infekts nicht zum Spiel um Platz drei antreten konnten“, erinnert sich der 19-jährige. „Wir wussten am Sonntag, dass wir etwas Historisches geschafft haben, Bundestrainer Valentin Altenburg hatte uns darauf hingewiesen, dass der letzte EM-Titel 21 Jahre her ist. Nach der Siegerehrung ging es ins Hotel, dann gemeinsam mit den Spielereltern zum Essen ins Restaurant. Danach haben wir in einem benachbarten Club den EM-Titel gefeiert“, erzählt Stadler.

Die letzten Monate waren für ihn, der 2016 schon mit der U 18 Europameister wurde und 2018 mit den deutschen Hockey-Herren Bronze bei der Hallenhockey-EM in Belgien gewann, überaus fordernd. „Es galt, den Wiederaufstieg in die Feldhockey-Bundesliga mit den TSVMH-Herren zu schaffen, wobei wir zwischenzeitlich im Januar 2019 in der Halle ja deutscher Vizemeister geworden sind, die Nationalmannschaftslehrgänge zu bestreiten, mein Abitur am Ludwig-Frank-Gymnasium in Mannheim zu machen – und dann kam die U 21-EM in Valencia. Das hat alles gut geklappt!“

Wiedersehen in der Bundesliga

Der gebürtige Heidelberger gönnt sich nun ein paar Urlaubstage auf Ibiza, bevor für ihn Anfang August die Bundesligavorbereitung mit dem TSVMH beginnt. Mit dem Erstligarückkehrer wird Stadler in der neuen Saison wieder auf den Lokalrivalen Mannheimer HC treffen und dabei mit Teo Hinrichs, Linus Müller und Mario Schachner auch auf drei Teamkollegen aus dem aktuellen U-21-Europameisterteam stoßen.

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