Lokalsport Mannheim

Handball Nach dem Abgang von Tom Jansen sucht der Drittligist dringend nach Ersatz

HG fehlen die Alternativen im Rückraum

Oftersheim/Schwetzingen.Für gewöhnlich nimmt Holger Löhr kein Blatt vor den Mund. Der Trainer des Handball-Drittligisten HG Oftersheim/Schwetzingen hat – sei es die Kaderplanung oder seine Spielphilosophie – immer ganz konkrete Vorstellungen.

Der nicht einkalkulierte Abgang von Linkshänder Tom Jansen durchkreuzt jedoch die Pläne des Trainers, denn ein Nachfolger für diese Position ist momentan noch nicht in Sicht. Deshalb wird Löhr deutlich: „Der Kader ist zu dünn besetzt. Mit Florian Burmeister haben wir aktuell nur einen Spieler im Aufgebot, der einfache Tore aus der zweiten Reihe erzielen kann. Uns fehlt mindestens eine Alternative“, mahnt der Coach, der am 24. Juli seinen 50. Geburtstag feierte.

Nur ein Dutzend Spieler

Zwölf Spieler umfasst der Kader bislang. Zwar bleiben der HG Jerrit Jungmann, der ursprünglich ein Auslandssemester geplant hatte, und Lino Messerschmidt aufgrund der Corona-Reisebeschränkungen erhalten, dennoch genügt die Breite des Kaders nicht, um Löhrs Anforderungen zu erfüllen. „Normalerweise sollte der Kader auf die Philosophie zugeschnitten sein und nicht andersherum.“

Wie bei anderen Clubs hat die Corona-Pandemie auch bei der HG die Planungen ordentlich durcheinandergewirbelt. Sichtungen in der Trainingshalle und persönliche Gespräche mit potenziellen Zugängen waren nicht möglich. „Wir haben uns langsam herangetastet und am Anfang mit etwa 30 Prozent unseres Leistungsvermögens trainiert. Inzwischen sind wir bei 70 bis 90 Prozent und trainieren Angriff- und Abwehrszenarien“, erklärte Löhr. „Mit der geringen Spielerzahl können wir aber nicht einmal das Sechs-gegen-Sechs-Spiel trainieren.“

Natürlich hat der Trainer einen Blick auf den eigenen Nachwuchs in der A-Jugend-Bundesliga und den stark verjüngten Badenliga-Kader, aber momentan stünde auch dort noch keine Alternative bereit, die umgehend weiterhelfen könne. Im Unterbau könnten mit Leon Haase, Yannik Polifka und Lennart Beisel drei Talente ins Blickfeld geraten, allerdings scheint der Sprung in die 3. Liga für die Youngster derzeit noch zu groß.

Weitere Baustelle im Tor

Eine weitere Baustelle ist die Torhüterposition, denn mit Maximilian Herb und Benedikt Müller stehen nach den Abgängen von Lucas Bauer, mit dem die HG-Verantwortlichen keine Einigung erzielten, und Markus Hoppe (studienbedingt) nur noch zwei Schlussleute unter Vertrag. Deshalb wiederholt Löhr seinen eindringlichen Appell: „Es war lange nicht klar, ob uns Tom Jansen verlassen würde, sodass wir relativ spät planen konnten. Ich muss mir das jetzt erst einmal selbst anschauen, aber man muss schon klar herausstellen: Es wird schwierig, mit dem aktuellen Aufgebot einfache Tore zu erzielen. Wir brauchen in der Breite einfach noch Verstärkungen“, hofft der Coach auf Veränderungen bis zum Rundenstart. mjw/ü

Zum Thema