Lokalsport Mannheim

Talent der Region Anna-Lena Becker fasziniert beim Volleyball der ausgeprägte Teamgedanke

„Hinwerfen macht mir Spaß“

Archivartikel

Mannheim.Für Anna-Lena Becker und ihre Volleyball-Kolleginnen von den Damen 3 der VSG Mannheim DJK/MVC hätte die vom Verband abgebrochene Saison gerne weitergehen können. Denn als Tabellenvierte mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter Hochstetten-Liedolsheim hatten sie noch alle Chancen, um die Meisterschaft und um den Aufstieg in die Landesliga mitzukämpfen. Doch nun ruht der Spielbetrieb, kommt die Sommerpause zwei Wochen zu früh.

Dabei hatte die Saison für die 17-jährige Mannheimerin so gut begonnen. Da sie sich in der Vorbereitung mit ihren Freundinnen Clara Bräunig und Lara Blum für höhere Aufgaben empfohlen hatte, durfte das Trio mit den Regional- und Verbandsligadamen mittrainieren. „Das hat uns alle stolz gemacht. Das Härteste waren die Treppenläufe in der GBG Halle bei der damaligen Hitze“, erinnert sich die Zwölftklässlerin der IGMH an äußerst schweißtreibende und kräftezehrende Einheiten.

„Am liebsten mag ich Abwehrübungen. Ich versuche, jeden Ball zu retten, egal wo er hinkommt. Das Hinwerfen macht mir Spaß“, erläutert die Zuspielerin ihre Vorlieben, die auch im Ernstfall immer zum Tragen kommen. „Ich liebe den Teamsport, weil alle zusammenhalten müssen. Das Motto ,alle für einen’ ist ganz meines“, schätzt sie zudem, „dass wir nur zusammen gewinnen können. Ich bin teamfähig und gut im Aufbau“, schildert sie ihre Stärken. „Aber meine Sprungkraft lässt zu wünschen übrig.“ Doch mit nur 1,65 m Körperlänge wäre sie für den Block sowieso kaum in Frage gekommen. „Anfangs hätte ich lieber im Angriff gespielt, aber jetzt bin ich mit meiner Position als Zuspielerin rundum glücklich“, sagt sie.

Begonnen hat alles bei einem Volleyball-Kurs in der Grundschule. „Es hat mir sofort gefallen. Ich bin 2009 direkt in den Verein eingetreten, habe die Ballschule mitgemacht und die Jugendteams durchlaufen.“ Das Negativerlebnis beim Fußball, das sie mit sechs Jahren hatte, war da längst vergessen. „Meine Schwester spielte in der Gartenstadt, ich habe es also auch probiert.“ Doch es blieb bei einem einmaligen Versuch, wie sie betont: „Alle Kinder sind zum Ball gerannt, nur zwei nicht – eines davon war ich.“

Weltreise ein großer Wunsch

Umso motivierender waren für Becker, die nach der Schule eine Weltreise machen möchte, die Erlebnisse beim Volleyball. Zum Beispiel 2015 die nordbadische Meisterschaft mit der U 16 Quattro oder die zweimalige Qualifikation für die süddeutschen Titelkämpfe. „Wir waren jedes Mal Sechste, haben aber viel Erfahrung gesammelt.“

Anna-Lena Becker hat aber auch schon eine weniger schöne Erfahrung in ihrem Sport gemacht. „Ich weiß noch, dass unsere Gegnerinnen nur noch einen Gewinnpunkt benötigten – und da habe ich den Aufschlag verkackt. Ich habe mich ganz fürchterlich geärgert, aber die anderen haben mich aufgebaut.“ Da spürte sie wieder ganz deutlich die Faszination des Teamsports.

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