Lokalsport Mannheim

Fußball Hohe Temperaturen machen Amateurkickern zu schaffen / Regelmäßige Trinkpausen unerlässlich

Hitzewelle bringt Trainer ins Grübeln

Archivartikel

MANNHEIM.Hoch „Helmut“ kennt kein Erbarmen. Gnadenlos brennt die Sonne herab, wer kann, flüchtet sich vor der Hitze in den Schatten, ans Wasser, in Grünanlagen. Für Mannheims Fußballer sind es harte Zeiten. Denn ungeachtet der Rekordtemperaturen läuft auf den Sportplätzen die Saisonvorbereitung auf Hochtouren.

„Das sind ganz schön schwierige Bedingungen!“ Ralf Dalmus, der Trainer des A-Ligisten SC Käfertal, hat in seiner Laufbahn schon viel erlebt. „Wir haben früher immer trainiert, egal bei welchem Wetter.“ Aber die derzeitigen Verhältnisse, mit Temperaturen von über 30 Grad noch in den Abendstunden, sind eine echte Herausforderung für jeden Hobbykicker. Dalmus weiß, worauf es jetzt ankommt: „Wichtig ist, dass der Flüssigkeitshaushalt hochgehalten wird“, betont der 47-Jährige und unterbricht das Training am Dienstag immer wieder für Trinkpausen – dreimal, um genau zu sein.

Wichtige Trinkpausen

Die Krux: Gezieltes Kraft- und Ausdauertraining ist zur Zeit nicht möglich, gar nichts zu machen aber auch keine Alternative. Also passt Dalmus die Trainingsinhalte den Gegebenheiten an. Lockeres Laufen, kleine Spielformen, Torschussübungen, alles so weit wie möglich im Schatten – mehr ist nicht drin. Ein Programm, dass gut angenommen wird: Trotz brütender Hitze kann Dalmus 17 Mann begrüßen.

Zum Training gezwungen werde niemand, wichtig sei der ehrliche Umgang miteinander. „Mich muss man nicht anlügen. Wenn ein Spieler zu mir kommt und sagt: ’Ralf, ich habe heute geschafft wie ein Brunnenputzer, ich bin zu kaputt zum trainieren‘, dann verstehe ich das auch.“ Um die Mannschaft bei Laune zu halten, erwägt Dalmus auch unkonventionelle Maßnahmen: Für Freitag hat der Coach eine Trainingseinheit im nahegelegenen Carl-Benz-Bad vorgeschlagen. Abschließend entschieden sei aber noch nichts. „Zur Not mache ich auch noch den Schwimmtrainer“, sagt Dalmus und schmunzelt.

Drei Spielklassen höher, beim Verbandsligisten Fortuna Heddesheim, sind die Hitze und ihre Folgen ebenfalls ein Thema. „Wir müssen eine gesunde Mischung finden“, kennt Trainer René Gölz die Problematik. Ein späterer Trainingsbeginn oder der Gang ins Schwimmbad sind mögliche Szenarien, über die sich der Coach Gedanken machen will, sollten die Temperaturen hoch bleiben. Da jeder Spieler für die Sommerpause ein individuelles Fitnessprogramm mit auf den Weg bekommen hat, sind die Grundlagen im Ausdauerbereich bereits gelegt. Davon profitieren jetzt alle Beteiligten.

Auch bei der Fortuna gilt: Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist das A und O. „Wir machen unsere drei bis vier Pausen“, versichert Gölz. Als Trainer „muss man da aufpassen.“ Viele Spieler arbeiteten tagsüber acht bis neun Stunden, teils körperlich hart, und kämen abgespannt ins Training. Das Bewusstsein dafür, auf den eigenen Körper zu hören und Warnsignale ernst zu nehmen, sei unterschiedlich stark ausgeprägt. „Wir haben Leute, die schon höherklassig gespielt haben und genau wissen, wie sie ihren Körper pflegen müssen. Es gibt aber auch Andere, die gucken dich erst einmal mit großen Augen an.“

„Eine Gratwanderung“

Beim Kreisligisten Rot-Weiß Rheinau stehen die Verantwortlichen vor ähnlichen Schwierigkeiten. „Natürlich müssen die Spieler in der Vorbereitung Leistung abrufen. Andererseits sind die Jungs keine Profis, stehen zum Beispiel als Gerüstbauer den ganzen Tag in der prallen Sonne und müssen dann auch noch trainieren. Das ist eine Gratwanderung. Wir schauen, dass wir das geregelt kriegen“, erklärt Trainer Ralf Eckl. Letztendlich setzen alle Clubs auf den Faktor Zeit. „Ich bin kein Wetterfrosch, aber ich habe natürlich die Hoffnung, dass es sich von den Temperaturen her wieder relativiert“, gibt der Rheinauer Coach den allgemeinen Tenor wieder. Bis zum kalendarischen Herbstanfang am 23. September dürften aber noch etliche schweißtreibende Trainingseinheiten auf dem Plan stehen.