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Spieler der Woche Patrick Marschlich gibt nach einer höherklassigen Karriere nun bei Kreisligist TSV Amicitia Viernheim den Takt vor

Hochstätt statt Hitzlsperger

Archivartikel

Mannheim.Er stand 2009 im DFB-Pokal auf dem Platz. Der VfB Stuttgart gastierte bei seinem damaligen Verein SG Sonnenhof-Großaspach. Thomas Hitzlsperger war sein direkter Gegenspieler, Stürmer Cacau sollte er am Torabschluss hindern. Patrick Marschlich kann viel aus seiner erfolgreichen Fußballkarriere erzählen. Seit dieser Saison führt der Spielmacher den TSV Amicitia Viernheim in der Kreisliga auf den Platz. „Ich wollte eigentlich aufhören. Ich bin jetzt 33 Jahre alt, habe letzte Saison noch bei Wieblingen in der Verbandsliga gekickt. Dieser Trainingsaufwand ist nicht mehr drin, ich werde im November zum zweiten Mal Papa“, strahlt der sympathische Kicker über beide Ohren und erklärt seinen unerwarteten Wechsel nach Viernheim: „Ich wohne in der Nähe und mich hat es einfach noch einmal gekitzelt. Ich habe erst einmal mittrainiert und dann schnell gemerkt, dass das sehr gut passt. Also es dann noch das Okay von zu Hause gab, war ich dabei.“

Über Gaudino nach Großaspach

Der gebürtige Heppenheimer ist eine echte Bereicherung für die Liga, auch gegnerische Trainer schwärmen immer wieder von dessen grandioser Spielübersicht und Ballverteilung. Eigenschaften und Fähigkeiten, die er sich beim SV Waldhof aneignete. „Ich habe beim Waldhof in der U-19-Bundesliga gespielt und dann einen Dreijahresvertrag bei den Profis unterschrieben. In dieser Zeit habe ich extrem viel gelernt und wäre auch noch gerne viel länger beim Waldhof geblieben.“

Der damalige Trainer Steffen Menze fand jedoch keine Verwendung mehr für Marschlich und ließ ihn ziehen. Der aus Mannheim stammende frühere Nationalspieler Maurizio Gaudino vermittelte das noch junge Talent erst nach Bayern, später dann nach Großaspach. „Hier habe ich sechs wundervolle Jahre verbracht. Die Zeit hat mir extrem viel gegeben und mich weiter nach vorne gebracht. Das große Highlight war natürlich das DFB-Pokalspiel gegen Stuttgart, auch wenn wir 1:4 verloren haben“, resümiert der Mittelfeldmann, der von der 2. oder 1. Liga träumte. Heute weiß er, warum es für den Schritt in den Profifußball nicht gereicht hat: „Ich war immer ein guter auf der Sechs, nur viel zu ungefährlich vor dem Tor, da hatte ich nie viel vorzuweisen. Es fehlte der Zug zum Tor und ich hatte wohl auch Defizite in der Zweikampfhärte. Klar stellt man sich die Fragen warum es nicht noch höher ging, es ist aber alles perfekt wie es gekommen ist“.

Es ist die Rückkehr nach Viernheim für den 33-Jährigen. Schon einmal kickte er in der Verbandsliga bei der Amicitia: „Damals unter Norbert Muris. Ein toller Coach, der das perfekte Teamgefühl vermittelte. Meine guten Erfahrungen von damals haben natürlich auch bei der Entscheidung zurück zu kommen geholfen.“

Bisher stand der Rechtsfuß jede Minute auf dem Feld, ließ immer wieder seine große Klasse aufblitzen, ganz zufrieden ist er mit dem bisherigen Saisonverlauf jedoch nicht: „Wir sind sehr gut in die Runde gestartet, die Mannschaft hat echt großes Potenzial. Die Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Hochstätt ist aber ärgerlich, das darf uns nicht passieren. Insgesamt denke ich, dass ein Platz unter den ersten Drei möglich ist“, erklärt Marschlich, der innerhalb des Teams einen besonderen Stellenwert genießt. „Ich bin zehn Jahre älter als mancher Mitspieler, alleine das hilft mir schon als Respektsperson. Die Jungs wissen auch: Wenn es brenzlig wird, dann können die die Kugel immer zu mir spielen, das gibt ihnen hoffentlich Sicherheit“.

Diese Saison will der Viernheimer Spielmacher definitiv zu Ende spielen, über ein weiteres Engagement denkt Marschlich zu gegebener Zeit nach. Jetzt steht aber erst einmal das zweite Kind im Vordergrund.

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