Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (83) Baseballer Marius Wolf spielt bei den Mannheim Tornados in der U 18 und visiert die EM im kommenden Jahr an

„Ich will besser sein, als jeder andere“

Mannheim.„Eigentlich“, erinnert sich Marius Wolf, „eigentlich wollte ich Fußball spielen“. Dass es für den mittlerweile 16-jährigen Baseballer der Mannheim Tornados anders kam, lag an einem Familienurlaub. „Wir haben Verwandte in Kanada besucht. Dabei hat mich mein Vater mit zu einem Profispiel genommen und mir einen kleinen Schläger und einen Ball gekauft.“ An den Rest des Aufenthaltes in Toronto kann sich Marius nicht mehr in allen Details erinnern. „Aber ab da war klar, ich will Baseball spielen“, weiß der Mannheimer noch ganz genau. Das war vor zehn Jahren.

Zurück in Deutschland führte ihn sein Weg zu den Tornados. „Mein Vater hätte auch Lust gehabt, mit dem Baseball anzufangen, aber seine Eltern hielten das für zu gefährlich. So ist er Fußball-Torhüter geworden“, berichtet Marius. An dem aus den Vereinigten Staaten stammenden rasanten Spiel mit Ball und Schläger fasziniert ihn, wie vielseitig er seine Würfe anbringen kann: Solche mit gerader Flugbahn aber enormer Geschwindigkeit (Fastball) oder so genannte Curveballs, die den Gegner mit dem Schläger in den Händen wegen seiner unberechenbaren Kurve zur Verzweiflung bringen. „Ich will besser sein, als jeder andere. Das ist mein Motto“, sagt Marius. Dass er sich mit den Besten messen kann, hat der Mannheimer bereits häufig bewiesen. Vor zwei Jahren holte er mit der U 16 den Europameistertitel, die U-18-EM nächstes Jahr peilt er ebenfalls an.

Aus Sicht von Trainer Moritz Höhlein spricht nichts dagegen: „Marius hat eine Mordskraft im Arm, die er sehr effizient nutzt. Seine Statur und sein jahrelanges Training zahlen sich aus.“ Jeden Tag, berichtet Marius, tue er etwas, um an sich zu arbeiten. „Neben dem Mannschaftstraining, Muskelaufbau- und Stabi-Übungen stehen Konditionseinheiten auf dem Programm. Außerdem trinke ich jeden Morgen ein Glas Wasser auf nüchternen Magen. Es geht darum, auf seinen Körper zu achten“, sagt der Juniorenliga-Spieler. Aus gutem Grund. Auch er ist von Verletzungen nicht verschont geblieben. „Während der EM habe ich mir das Innenband am Wurfarm und einen Knochen gebrochen“, erinnert er sich mit Schrecken zurück. Denn das hieß, ein halbes Jahr Sportpause. Höchststrafe für ihn.

Mit der Schule und jetzt der Ausbildung bekommt er seine Leidenschaft immer unter einen Hut. „In der Schule konnte ich mich vom Unterricht befreien lassen und jetzt passt das mit meinen Arbeits- und Berufsschulzeiten auch“, sagt Marius, der seit September eine Ausbildung zum Mechatroniker bei Essity (dem früheren Papierhersteller SCA) absolviert. Sein großer Traum ist eine Profikarriere, entweder in den Niederlanden oder im Baseball-Mutterland, den USA.