Lokalsport Mannheim

Tennis Sarah Gronert freut sich über ihren Sieg beim Franco-Troncone-Turnier

„Ich wusste, dass ich gut spielen muss“

Mannheim.Trotz des regnerischen Wetters beim Finaltag des viertägigen Troncone-Damen-Tennis-Turnier war die Laune der rund 300 Zuschauer am vergangenen Sonntag hervorragend. Das Turnier, das dieses Jahr zum 30. Mal vom VfL Kurpfalz Mannheim-Neckarau ausgetragen wurde, bot auch Nachwuchsspielerinnen aus der Region die Chance, Turniererfahrung zu sammeln.

Im Finale ergab sich nun mit der Österreicherin Sinja Kraus, einer sehr jungen, und mit Sarah Gronert, einer sehr erfahrenen Spielerin, eine interessante Konstellation. Kraus, die in diesem Jahr ihr Abitur erfolgreich absolviert hat und sich nun auf ihre Profikarriere konzentrieren möchte, ging – bedingt durch ein Freilos – mit einem Spiel weniger in den Knochen in die Partie. Trotz ihrer noch jungen Tenniskarriere stand sie schon zweimal im Finale des Troncone-Turniers, konnte es einmal gewinnen und steht auf Platz 770 der Weltrangliste.

Ungeachtet der großen Unterschiede zwischen den beiden Finalistinnen unterschätzten sie sich keineswegs. Gronert, die schon einen Tag früher angereist war und noch trainiert hatte, erklärte im Anschluss an die Partie: „Ich wusste, dass es ein extrem hartes Spiel wird.“

Sehenswertes Finale

Das Endspiel rechtfertigte die Erwartungen in jeder Hinsicht. Gronert legte stark los und entschied den ersten Satz mit 6:2 für sich. Kraus hatte ein wenig Probleme mit dem rutschigen, nassen Boden. „Die Bälle sind schwer, wenn es regnet. Das sind natürlich andere Bedingungen“, wusste sie und merkte gleichzeitig an, dass diese Bedingungen natürlich für beide galten. Mit zunehmender Spielzeit fand sie immer besser ins Spiel. Den zweiten Satz gewann sie durch eine starke Willensleistung verdient mit 6:3.

Im Entscheidungssatz war die Spannung förmlich zu greifen. Gronert erwischte den besseren Start und lag zwischenzeitlich 5:2 vorne. Doch Kraus gab sich zu keinem Zeitpunkt auf und kämpfte sich bis auf ein 4:5 heran, musste sich aber am Ende knapp mit 4:6 geschlagen geben.

Nach dem sehr emotionalen und gleichzeitig fairen Match fanden beide Spielerinnen versöhnliche Worte. „Nuancen haben den Unterschied gemacht“, sagte Gronert. Sie war „sehr zufrieden“ mit ihrer Leistung, würdigte aber auch den Auftritt ihrer Kontrahentin, die eine sehr gute Spielerin sei. Angesprochen auf die hochkochenden Emotionen antwortete sie. „Ich habe versucht, mich so gut es geht zu bremsen. Ich wusste, dass ich auf eine harte Gegnerin treffe, dass ich gut spielen muss – und ich habe gut gespielt“, bemerkte sie zurecht. „Meine Aufschläge waren einen Tick besser und ich war konstanter“, begründete Gronert den kleinen, aber am Ende entscheidenden Unterschied richtig.

Zur Siegerehrung war dann sogar Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht, der selbst bekennender Tennisfan ist, gekommen, um sich bei allen ehrenamtlichen Helfern, den Sponsoren und Spielerinnen für „ganz großes Tennis“ zu bedanken. Den Nachwuchspreis des Turniers gewann, wie auch 2018, die 15-jährige Luca Bohlen, die im Viertelfinale an Mitfavoritin Steffi Bachofer scheiterte.

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