Lokalsport Mannheim

Tennis Die Mannheimerin Vanessa Pinto will mit einem außergewöhnlichen Projekt Jugendlichen aus einem sozialen Brennpunkt eine Perspektive geben

Im Einsatz für die Straßenkinder Neapels

Mannheim/Neapel.Das Quartieri Spagnoli gilt als das größte Problemviertel Neapels. Armut, Perspektivlosigkeit, Kriminalität. Wer hier aufwächst, hat es oft schwer im Leben. In Vanessa Pinto, italienischstämmige Tennisspielerin aus Mannheim, reifte während eines Urlaubs der Entschluss, etwas gegen diese prekäre Situation zu unternehmen. „Es hat nichts mit den Straßenkindern zu tun, wenn die Stadt keine Alternativen anbietet. Was sollen sie tun?“, sagt die 32-Jährige, die im Sommer mit den Damen der MTG Blau-Weiß Mannheim den Klassenerhalt in der 2. Tennis-Bundesliga schaffte.

Ein Lösungsansatz kann der Sport sein. Über private und familiäre Verbindungen in die süditalienische Metropole – Pinto spielte auch schon für den TC Napoli in der Serie A – organisierte die Kurpfälzerin Ende Juli ein „Tennis Charity“ mit 50 Kindern und Jugendlichen am Piazza Montecalvario, einem sozialen Brennpunkt Neapels. „Das war schon immer ein Traum von mir. Tennis ist nicht nur ein Sport für Reiche, er ist für alle da“, erklärt Pinto, die in diesem Jahr ein Sportstudium abgeschlossen hat und zu ihren besten Profi-Zeiten eine der besten 30 deutschen Spielerinnen sowie auf der WTA-Tour unterwegs war.

Ein erster Schritt

Das erste Camp soll nur der Anfang gewesen sein. Die Heidelbergerin hat sich zum Ziel gesetzt, das Neapel-Projekt zu langfristigem Erfolg zu führen. „Ich habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Schläger, Tennisbälle, Netze und Tenniskleidung zu sammeln. Die Unterstützung aus Tenniskreisen hat mich sehr bewegt“, sagt sie. Der TC Heddesheim half mit, die durch das gleichnamige Damen-Turnier in Neckarau bekannte Familie Troncone sprang bei, wie auch viele ehemalige Weggefährten, die sie in ihrer Tennis-Karriere kennengelernt hat. Pinto nahm die lange Reise mit dem Zug nach Süditalien auf sich und brachte alle gespendeten Tennis-Utensilien nach Neapel. Mitte September startet unter der Leitung des früheren italienischen Profis Massimo Cierro der nächste Tenniskurs für Straßenkinder – es soll nicht der letzte sein.

„Viele Profifußballer haben auch auf der Straße begonnen. Durch den Sport können die Kinder viel lernen und ich bin mir sicher, dass unter ihnen Champions sein können. Ich glaube an den Erfolg des Projekts und hoffe, dass es weiter wachsen wird“, sagt Pinto, die auf Spenden und Zuwendungen aus der Region hofft. Vielleicht wird die Initiative sogar auf die Problemviertel anderer Städte ausgedehnt, wie die Heidelbergerin erklärt: „Es gibt leider zu viele Quartieri Spagnoli auf der Welt.“

Spendeninformation unter vanessa_pinto7@yahoo.de 

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